Aktueller Goldkurs

25.09.18, 05:19 Uhr (GMT)

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Goldpreis weiter ohne Orientierung – Inflation nicht aus dem Auge verlieren

Mit teilweise weniger als 1.250 US-Dollar für die Feinunze nähert sich der Goldpreis dem letzten Tief vom Dezember 2017. Bislang kann das Edelmetall nicht von der schlechten Stimmung am Markt profitieren – auch nicht von der hohen realen Inflation.

Deutsche Regierung vor wichtiger Entscheidung

Erinnerungen an das Ende des letzten Jahres werden wach, als der Goldpreis mit 1.236 US-Dollar je Feinunze ein Zwischentief markierte. Diese Entwicklung ist umso verwunderlicher, als dass das gesamte Umfeld für einen drastischen Anstieg des Goldpreises sprechen würde: In Brüssel findet der mit Spannung erwartete EU-Gipfel statt, der nicht zuletzt über die politische Zukunft der Bundeskanzlerin Angela Merkel entscheiden dürfte. Erste Signale geben Anlass zur Hoffnung, dass es zumindest eine Einigung zur Asylpolitik geben könnte, auf der sich in Zukunft aufbauen lassen könnte. Bislang waren die Unstimmigkeiten jedoch so groß, dass die Welt mit Skepsis auf die Bemühungen der deutschen Kanzlerin schaut. Diese hat sich nach den Attacken aus der CSU selbst ein Ultimatum gesetzt, das am kommenden Wochenende ausläuft: Kann sie bis dahin keine “wirkungsgleichen” Ergebnisse in der Asylpolitik vorweisen, will der CSU-Innenminister Seehofer mit Abweisungen von Migranten an der deutsch-österreichischen Grenze beginnen. Die politischen Folgen sind gar nicht absehbar, werden jedoch billigend in Kauf genommen.

Miese Marktstimmung, politische Turbulenzen – was macht der Goldpreis?

Aber auch außerhalb der EU eskalieren die Konflikte, allen voran die Handelsstreitigkeiten, die die USA mit einigen der größten Handelspartner angezettelt hat. Und doch konnte der US-Dollar von der Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung profitieren, während der Goldpreis immer weiter nachgab. Es gibt aber durchaus prominente Stimmen, die eine Trendumkehr in der Preisentwicklung für das Edelmetall erwarten: Sobald die sich anbahnenden Handelskriege Druck auf den US-Dollar ausüben, würde Gold demnach profitieren. Vor dem Hintergrund der ausgesprochen harten Haltung, die die US-Regierung nach wie vor vertritt, sind nicht nur die Gegenmaßnahmen Chinas und der EU nachzuvollziehen, auch eine zurückgehende Risikobereitschaft, die dem US-Dollar seine Gewinne wieder streitig machen würde, wäre logisch.

Gleichzeitig sollten Anleger die tatsächliche Teuerungsrate in ihre Abwägungen einbeziehen: Offiziell wurde für 2017 eine deutsche Inflationsrate von 1,8 Prozent gemeldet. Diese würde jedoch bereits auf 2,4 Prozent ansteigen, werden die gestiegenen Kosten für die eigengenutzte Immobilie berücksichtigt. Unter Einbeziehung der höheren Kosten für öffentliche Güter sowie der schwindenden Qualität vieler Produkte und Dienstleistungen steigt die tatsächliche Teuerungsrate jedoch auf fast 6 Prozent, so eine Erhebung von Günter Schnabl, Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig. Zur Vermögenssicherung kommen nur wenige Instrumente in Frage – Gold in physischer Form gehört in jedem Fall dazu.