Aktueller Goldkurs

16.10.18, 19:23 Uhr (GMT)

1.055 Euro | 1.228 USD

Goldpreis weiter auf Abwegen – kriegt er noch die Kurve?

Die aktuelle Goldpreisentwicklung macht die Experten weitestgehend sprachlos, sie lässt sich rational kaum erklären. Der weitere Verlauf davon ab, ob die wichtigen Marken halten. Es bleibt also spannend.

Globales Umfeld vs. Goldpreisentwicklung

Mit den aktuellen 1.240 US-Dollar je Feinunze präsentiert sich der Goldpreis um 25 US-Dollar für die Feinunze leichter als zu Beginn dieser Handelswoche. Angesichts der zahlreichen Konflikte ist dies nicht nachzuvollziehen: Einerseits werden sich die zahlreichen Sanktionen, mit denen sich die großen Wirtschaftsmächte gegenseitig überziehen, zwangsläufig negativ auf deren wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Wobei anzumerken ist, dass die EU auch bisher schon US-Zölle verhängt hatten, die deutlich über den Einfuhrzöllen für Waren aus den USA lagen.

Andererseits tut die politische Elite derzeit ihr Bestes, sich selbst zu beschäftigen und unter dem Strich zu destabilisieren – und das sowohl innerhalb von Deutschland als auch in der EU und darüber hinaus. Die vergangenen Wochen haben eine Spur der Zerstörung zurückgelassen, allein das Vertrauen in die deutsche Politik wurde massiv erschüttert. Mit welchem Ergebnis? Weder die Fluchtursachen noch die dramatischen Ereignisse auf dem Mittelmeer werden konstruktiv angegangen, es bleibt bei den Abschottungsmaßnahmen, deren rechtliche Grundlage alles andere als stabil erscheint.

Chartanalyse vs. Prognosen

Eine wichtige Unterstützungslinie im Goldpreis liegt bei 1.242 US-Dollar je Feinunze – aktuell wurde sie nach unten durchbrochen. Sollte Gold unter 1.236 US-Dollar je Feinunze fallen, könnte ein kräftiger Rutsch bevorstehen. Die nächste Marke wäre dann bei knapp über 1.200 US-Dollar je Feinunze. Im Gegenzug würde ein Anstieg in den Bereich um 1.248 US-Dollar je Feinunze Grund zur Hoffnung geben, denn dann sind 1.261 und 1.264 US-Dollar je Feinunze in Reichweite – allerdings mit einigem Widerstand. Die Oszillatoren zeigen zwar an, dass sich Gold sowohl im Tages- als auch im Wochenbereich überverkauft ist, doch bisher hielt sich der Goldpreis wenig an die generierten Signale.

Einige andere Prognosen gehen von einer kräftigen Gold-Rallye aus, während die Aktienmärkte sich auf eine drastische Korrektur zubewegen würden. Als Indiz wird die Zinsstruktur-Kurve der FED herangezogen: Bewegen sich die Zinsen für zweijährige und zehnjährige US-Staatsanleihen aufeinander zu, sodass der Abstand negativ wird, kam es in der Folge zum Einbruch der Aktienkurse und in der Folge zu einer Rezession. Aktuell beträgt der Abstand der Zinskurven noch 0,29 Prozent, wird sich aber im Zuge der Zinsanhebungen wohl weiter verringern. So wird erwartet, dass der DAX in der nächsten Zeit auf 14.000 bis 15.000 Punkte ansteigt, um dann auf 10.000 zu fallen. Gold könnte dann wieder wichtig werden, zumal es relativ günstig zu haben ist.