Aktueller Goldkurs

25.07.17, 18:45 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Von Zinsen und Zentralbankbilanzen – Gold kommt (noch) nicht vorwärts

Die Aktienkurse stürmten nach oben, nachdem Janet Yellen zwar von einer graduellen Normalisierung der Zinsen sprach, sich aber in puncto Zeitraum Flexibilität vorbehielt. Gold konnte kurz profitieren – dann drückte der starke US-Dollar auf den Preis.

Turbulente Zeiten für Edelmetalle

Es ging zunächst bergab mit dem Goldpreis, Anfang der Woche kostete die Feinunze gerade noch 1.206 US-Dollar. Die Gegenbewegung ließ nicht lange auf sich warten, fiel allerdings moderat aus – bei 1.225 US-Dollar für die Feinunze war Schluss. Von diesen Korrekturen war auch alle anderen Edelmetalle betroffen – bis auf Palladium. Trotzdem tat sich viel am Edelmetall-Markt: Gold-Terminkontrakte werden wieder an der Londoner Metallbörse gehandelt, seit 1985 war dies nicht mehr der Fall. Aber auch Silber-Futures sind wieder handelbar, die Resonanz war jedoch noch etwas zurückhaltend. Die LME stellt sich für den zu erwartenden Ansturm renommierter Banken auf.

Dann trat Janet Yellen auf die Weltbühne, ihre Anhörung war wie immer mit Spannung erwartet worden. Sie sprach davon, das Zinsniveau “graduell” wieder normalisieren zu wollen, vor allem aber wolle sie die Bilanzsumme der FED wieder abbauen – bald. Aber es könnte eben auch langsamer gehen, wenn die Inflation nicht so mitzieht, wie es vorgesehen ist. Unter dem Strich: Alles kann, nichts muss passieren. Der Goldpreis zog schon vor der eigentlichen Anhörung etwas an, noch stärker reagierten jedoch die Aktienkurse: Der Dow Jones machte sich auf zur neuen Höchstmarke von 21.580 Punkten, auch der S&P 500 konnte profitieren. Den US-Staatsanleihen jedoch ging es an die Rendite, der US-Dollar hingegen zog an – was den Goldpreisanstieg dann auch beendete.

Die Politik der Zentralbanken – wie geht es weiter?

Janet Yellen ging voran, da ergreift auch die kanadische Zentralbank die Initiative und erhöht die Zinsen. Auch Mario Draghi wird aktuell genau beobachtet, soll er doch an der Konferenz der Notenbanken in Jackson Hole teilnehmen: Wird er diesen Ort wiederum nutzen, um eine wichtige Mitteilung zu machen? Zur Erinnerung: Er hatte das QE-Programm ebenfalls in Jackson Hole angekündigt, nun könnte das Ende der ultra-lockeren Geldpolitik ebenfalls dort eingeläutet werden. Für den Goldpreis wäre dies nicht zuträglich.

Auf der anderen Seite werden die mahnenden Stimmen derer lauter, die bereits jetzt angesichts der extrem hohen Aktienkurse Angstschweiß auf der Stirn haben: Vor allem in den USA hinkt nämlich der Aktienhandel der Kursentwicklung hinterher, damit steigt das Risiko einer Korrektur. Als Auslöser taugen bereits negative Unternehmensergebnisse, die Berichtssaison ist eröffnet und die Veröffentlichungen der Großbanken stehen an – es könnte trotz Sommerflaute durchaus turbulent werden.