Aktueller Goldkurs

22.06.18, 22:57 Uhr (GMT)

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Goldpreis: US-Handelspolitik verursacht zunehmend Turbulenzen

Nach einer schönen Erholung gab der Goldpreis zum Ausklang der Handelswoche wieder nach. Konnte er zunächst von den zunehmenden Unsicherheiten an den Märkten profitieren, bereitete der erstarkende US-Dollar der Entwicklung ein Ende – zumindest zunächst.

Auf und Ab beim Goldpreis – Unsicherheit der Märkte

Gold kämpfte sich bis auf 1.340 US-Dollar für die Feinunze zurück, als die Aktienmärkte zur Mitte dieser Handelswoche kräftig unter Druck gerieten. Die angekündigten US-Strafzölle verunsicherten die Märkte, Investoren übten sich bevorzugt in Zurückhaltung. Allerdings präsentierten sich die US-Wirtschaftsdaten robust – und die der Eurozone im Vergleich miserabel: EZB-Präsident Mario Draghi kündigte an, in puncto Geldpolitik noch nicht auf Normalisierung setzen zu können. Dieses Statement spielte naturgemäß der US-Währung in die Karten, die in der Folge im Verhältnis zur Gemeinschaftswährung wieder zulegen konnte – postwendend fiel der Goldpreis. Als sich dann auch noch eine Entspannung im Nordkorea-Konflikt in Form eines für Mai geplanten Treffens von Donald Trump und Kim Jong-un abzeichnete und robuste Daten vom US-Arbeitsmarkt gemeldet wurden, sackte das Edelmetall bis auf 1.313 US-Dollar für die Feinunze durch.

Es brauchte jedoch nicht lang, bis sämtliche US-Daten ausgewertet waren: Auch wenn im Februar 313.000 neue Stellen geschaffen wurden, dieses Ergebnis die Prognosen übertraf und die Märkte dies zunächst honorierten, denn unter dem Strich blieb die Lohnentwicklung auf der Strecke. Für die FED ist dies ein wichtiges Kriterium, hängt doch die künftige Inflationsrate von der Entwicklung der Löhne und Gehälter ab: geringe Steigerung – schwache Inflationsentwicklung. Aus der aktuellen Situation dürfte die US-Notenbank nun weiter an ihren Plänen festhalten und angesichts des moderaten Lohnzuwachses die geplanten Zinsanhebungen beschließen. Zwischenzeitlich konnte sich der Euro wieder im Verhältnis zum US-Dollar erholen und notierte bei 1,23. Wie immer wieder erlebt, konnte der Goldpreis von der Dollarschwäche profitieren und sich wieder in Richtung 1.325 US-Dollar je Feinunze bewegen. Mit einem Wort: Es war turbulent in dieser Handelswoche.

Weitere Aussichten: Weltweite Diskussionen um US-Strafzölle

Derzeit formieren sich die Global Player, um die geeignete Antwort auf die beabsichtigten US-Strafzölle zu finden. Allerdings gehen die Meinungen dazu weiter auseinander, sie reichen von den von Seiten der EU geforderten Ausnahmen bis hin zu starken Gegenreaktionen aus China. Es drohen also nicht nur heftige Diskussionen, sondern auch die spürbare Verteuerung von US-Importen. Dieses Spiel aus Sanktionen und Gegensanktionen wird die Märkte noch volatiler machen, Investoren werden zunächst die Entwicklung abwarten und sich zurückhalten – und Gold könnte der lachende Dritte sein. Anleger sollten die Nachrichten im Auge behalten.