Aktueller Goldkurs

16.10.18, 08:10 Uhr (GMT)

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Goldpreis unter Druck: US-Dollar profitiert von Euro-Schwäche

Zur Mitte der Handelswoche musste Gold um fast zwei Prozent nachgeben und sackte unter die wichtige Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze. Ausschlaggebend war die Aufwertung der US-Währung im Verhältnis zum Euro – Italien ist das Zünglein an der Waage.

Schwacher Euro wertet US-Dollar auf – Goldpreis gibt nach

Auf rund 1,18 fiel das Verhältnis von Euro und US-Dollar – so wenig brachte die Gemeinschaft seit rund fünf Monaten nicht mehr auf die Waage. Für Unsicherheit sorgten offenbar die Koalitionsverhandlungen in Italien, hier kämpfen die Fünf Sterne Bewegung und die Lega um ein gemeinsames Regierungsprogramm. Die bisher bekannt gewordenen Schwerpunkte lassen die Märkte jedoch unruhig werden, insbesondere die Forderung nach einem Schuldenerlass durch die Europäische Zentralbank (EZB) grub der Gemeinschaftswährung das Wasser ab. Bezeichnend war die kleine Erholung nach einer Meldung, diese Forderung sei nicht mehr im neuen Entwurf des Regierungsprogramms enthalten – allerdings war die Entspannung nicht von langer Dauer.

Zum europäischen Gegenspieler avancierte hingegen der französische Präsident Macron, der die Währungsunion zügig weiterentwickeln will: Sollte eine neue italienische Regierung wirklich an den fiskalischen Plänen festhalten, dürfte die Bereitschaft der Nordländer im Euroraum zur stärkeren Umverteilung drastisch sinken. Es steht also einiges auf dem Spiel, was die angespannte Aufmerksamkeit der Märkte in Blickrichtung Italien plausibel erklärt.

Goldpreis lädt zum Investieren ein – Bedarf gibt es allemal

Ein weiterer belastender Faktor ist in der angezogenen Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen zu finden, die Marke von 3% wurde nach fast sieben Jahren wieder überschritten. Der Verkaufsdruck auf Gold wurde noch verstärkt, als die wichtige 200-Tages-Linie von 1.307 US-Dollar je Feinunze und in Folge sogar die 1.300 US-Dollar je Feinunze, die eher als psychologische Schwelle gewertet werden kann, nach unten durchbrochen wurden. Allerdings sollte dieser Tendenz nur von kurzer Dauer sein, ein Blick auf den niedrigen Stand der Netto-Long-Positionen bestätigt diese Annahme: Diese hatten nämlich schon vor dem Preisrutsch abgenommen, sodass von dieser Seite kein weiterer Druck zu erwarten ist. Im Gegenteil, der gesunkene Goldpreis sollte neuen Appetit anregen.

Angesichts der enormen geopolitischen Spannungen, die nicht zuletzt durch die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem weiter befeuert wurden, dürfte Gold sukzessive wieder in den Fokus der Investoren geraten. Wie sich die Aufkündigung des Iran-Atom-Abkommens durch US-Präsident Trump auswirken und die EU ihre Interessen wahren wird, ist ebenso fraglich wie der weitere Verlauf des Korea-Konfliktes, da Nordkorea das vereinbarte Treffen mit Südkorea kurzfristig abgesagt hatte. Die Märkte scheinen im Moment den Atem anzuhalten und abzuwarten, die Sicherheitsstrategien liegen mit Sicherheit schon in Reichweite – Goldinvestments gehören dann in jedem Fall dazu.