Aktueller Goldkurs

18.10.17, 22:31 Uhr (GMT)

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Goldpreis unter Druck: Kurzer Einbruch vor FED-Zinsanhebung?

Zunächst wehrte sich das Edelmetall, bevor es im Laufe der letzten Tage von 1.263 US-Dollar auf 1.230 US-Dollar je Feinunze bergab ging. Die großen Aktien-Indizes glänzen hingegen mit neuen Höchstständen – wie sind die Aussichten?

USA: Wahrscheinlichkeit für Zinsanhebung im März steigt

Die Daten sprechen für ein baldiges Eingreifen der FED, die sich jedoch wie immer in sehr vagen Äußerungen übt. Erstaunlich ist, dass diese schon ausreichen, um den US-Dollar zu stärken. Mit einer Inflationsrate von 2,2 Prozent und einer sinkenden Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosengeld, hier wurde ein Tiefstwert von 223.000 Anträgen gemeldet, ist die Gemengelage jedoch optimal. So ist es nicht verwunderlich, dass Reuters die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im März mit 67,5 Prozent beziffert. Damit ließe sich auch die Goldpreisentwicklung erklären, die in ähnlicher Weise schon bei anderen Zinserhöhungen verzeichnet wurde: Der Goldpreis korrigierte regelmäßig vor der Erhöhung der Leitzinsen, um sich danach wieder kräftig zu erholen.

Politisches Umfeld – Grundlage für Goldpreisanstieg gegeben

Ganz unabhängig von den Konjunkturdaten, die zunächst einmal auf ein weiteres Wachstum schließen lassen, zeichnen sich nämlich auch zunehmende Unsicherheiten ab: In zwei Wochen wird zunächst in den Niederlanden gewählt, im April dann in Frankreich. Der Ausgang dieser Wahlen kann für die gesamte Europäische Union zum Desaster werden, zumal auch in Italien die kritischen Stimmen immer lauter werden. Nicht zu vergessen ist Griechenland, die Schuldenkrise war nie zu Ende und flammt nun mit aller Macht wieder auf.

Gleichzeitig basieren die aktuellen Höhenflüge an den US-Aktienmärkten bislang nur auf Spekulationen, denn die neue US-Regierung bewegt sich nach wie vor im Allgemeinen. Konkrete Informationen zur künftigen Wirtschaftspolitik liegen noch nicht vor, trotzdem stieg der Dow Jones auf mehr als 21.000 Punkte. Dieses Auseinanderdriften von tatsächlicher Konjunktur und Entwicklung an den Börsen lässt das Risiko einer Korrektur steigen, sollten den Ankündigungen aus der Politik keine zielführenden Taten folgen.

Goldpreis – großes Potenzial auf lange Sicht

Neben den aktuellen politischen Impulsen sollten auch die andauernden Diskussionen um die Begrenzung von Bargeld-Transkationen nicht außer Acht gelassen werden. Auch wenn aktuell eine Bargeld-Begrenzung auf 5.000 Euro in Deutschland zur Diskussion steht, zeigt ein Blick in andere EU-Mitgliedsstaaten, dass dort bereits drastischere Limitierungen durchgesetzt werden konnten. Um sich eine weitgehende Unabhängigkeit zu erhalten, empfiehlt sich physisches Gold in kleiner Stückelung als Alternative. Auch wenn sich derzeit noch Jens Weidmann als Chef der Bundesbank gegen eine drohende Bargeldabschaffung stark macht, kann dies keine nachhaltige Sicherheit darstellen. Preisrücksetzer im Goldpreis sind daher gute Einkaufschancen.