Aktueller Goldkurs

19.09.17, 13:44 Uhr (GMT)

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Goldpreis unter dem Eindruck des starken US-Dollars

Die Stärke der Korrelation zwischen US-Dollar und dem Preis für Gold ist weiter gewachsen, so die Analysten von Barclays. Zwar konnte sich das Edelmetall vom Kursrutsch Ende letzter Woche etwas erholen, bewegt sich allerdings aktuell um die 1.160 US-Dollar je Feinunze seitwärts. Die Prognosen fallen verhalten aus.

US-Dollar im Aufwind – höhere Zinsen erwartet

Die FED ließ die Hoffnungen der Investoren wachsen, dass im kommenden Jahr eine Zinswende in den USA eingeläutet werden könnte. Die Erwartungen fußen auf den aktuellen Wirtschaftsdaten, die zumindest auf den ersten Blick robust aussehen. Allerdings gibt es durchaus renommierte Stimmen, die sich kritisch dazu äußern. Zum Beispiel bezeichnete mit Paul Elliot Singer ein bekannter Fondsmanager die offiziellen US-amerikanischen Wirtschaftsdaten als “frisiert”. Er begründet diese drastische Aussage zum einen mit dem Berechnungsmodus der Inflationsrate, die nach seiner Meinung um einen Prozentpunkt höher ausfallen müsste, was das Wachstum entsprechend nach unten korrigieren würde. Zum anderen weist er darauf hin, dass die Erwerbstätigen-Quote mit 59,2 Prozent auf einem so tiefen Stand angelangt wäre, wie er zuletzt 1978 verzeichnet worden war. Noch im Oktober 2010 betrug der Anteil der Beschäftigten an den Erwerbsfähigen 64,2 Prozent. Die Ursache für diese Entwicklung sieht Singer im Ausscheiden vieler Arbeitsfähiger aus der Statistik – es fehle ihnen der Glaube daran, überhaupt eine Beschäftigung zu finden. Die offizielle Statistik jedoch sieht vielversprechend aus – entsprechend reagieren die Börsen.

Gold – Nachfrage lässt nach

So ist es nicht verwunderlich, dass die globale Nachfrage nach dem Edelmetall derzeit etwas nachlässt, Investments in Aktien versprechen deutlich mehr. Auf der anderen Seite bleibt natürlich die Volksbefragung in der Schweiz abzuwarten, die sich am 30. November mit der Verpflichtung der Schweizer Nationalbank, die eigenen Goldreserven drastisch zu erhöhen, befassen wird. Die Prognosen gehen derzeit weit auseinander, sodass eine enge Entscheidung erwartet wird. Auch andere Nationalbanken bauen ihre Goldreserven stetig aus, in allererster Linie sind die asiatischen Staaten, aber auch Russland zu nennen. Russland will weiterhin die eigene Goldproduktion deutlich steigern.

Prognose: kräftiger Aufwärtstrend möglich

Für die nächsten Wochen sind einige Turbulenzen zu erwarten, die nicht zuletzt auf den geldpolitischen Entscheidungen beruhen, aber auch von den Börsenentwicklungen abhängen. Die warnenden Stimmen, die Anzeichen für eine wahrscheinliche Korrektur an den Aktienmärkten sehen, mehren sich wieder. Ebenso spielen die geopolitischen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle, die zwar viele Investoren aktuell nicht zu beeindrucken scheinen, aber bei Weitem noch nicht gelöst sind. Für Gold gibt es ein ordentliches Potenzial nach oben, es ist nur eine Frage des Zeitpunktes.