Aktueller Goldkurs

15.10.18, 22:59 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Und die Märkte drehen sich doch!

Sah es zu Beginn der Handelswoche noch so aus, als wäre die Sicherheit des Edelmetalls gar nicht mehr gefragt, reichte ein Tag zur Korrektur aus: Die großen Aktienindizes mussten Federn lassen, der Goldpreis legt wieder zu.

Wall Street &. Co. im Korrekturmodus

Am Mittwoch drehten sich die Vorzeichen, seither werden die Aktienmärkte kräftig durchgeschüttelt. Ob sich nun ein Ende der Hausse abzeichnet oder lediglich um die 23. Korrektur seit dem Tief 2009, von der sich die Märkte schnell wieder erholen werden, das bleibt abzuwarten. Schon im Frühjahr prognostizierte JP Morgan, dass die Hochzeit bereits seit Januar 2018 vorbei wäre. Diese voraussage hatte sich fast überall bestätigt, nur die USA konnten sich behaupten. Allerdings war zu diesem Zeitraum der Handelskrieg auch noch nicht eskaliert, was offenbar von vielen Marktteilnehmern unterschätzt wurde – und weiterhin wird.

Dazu passt auch die Meldung der WTO, die im schlechtesten Fall einen Rückgang des Welthandels um bis zu 20 Prozent erwartet, sollte sich der Handelskrieg zwischen China und den USA weiter hinziehen. Und auch ein Blick auf den US-Dollar sollte zur Vorsicht mahnen: Hier könnte eine kräftige Abwertung bevor stehen, nachdem sich der Greenback im Sommer noch konsolidieren konnte. Es darf nämlich nicht vergessen werden, dass der Handelskrieg der De-Dollarisierung kräftig Vorschub leistet. Im Zusammenhang mit der Rekord-Verschuldung, die auch der Preis für die Steuergeschenke des US-Präsidenten ist, steigt der Druck auf die US-Währung permanent. Da hilft es auch nicht, wenn Trump seine eigene Notenbank als “loco” bezeichnet, weil sie die Zinsen erhöht. Ob sie an diesem Plan festhält, wird sich zeigen.

Der Goldpreis profitiert – wichtige Marke zurückerobert

Die Positionierung bei den Gold-Futures liefert einen weiteren klaren Hinweis: Waren die Spekulanten seit Wochen überwiegend short unterwegs, zeichnet sich nun seit einiger Zeit eine Änderung ab. Bergbaugesellschaften, Gold-Verbraucher und Investmentbanken sind zwischenzeitlich netto long positioniert – sie setzen also überwiegend auf einen steigenden Preis für Gold. Beginnen die Spekulanten nun mit dem Schließen der Short-Positionen, ist die jüngste Preissteigerung ernst zu nehmen. Und die hatte es in sich: Innerhalb von 24 Stunden stieg der Goldpreis um 30 US-Dollar für die Feinunze auf nunmehr 1.222 US-Dollar für die Feinunze.

Damit rückt auch die Abhandlung der Rohstoff-Experten der Commerzbank wieder in den Fokus: Bereits im August prognostizierten die Spezialisten, dass der Goldpreis bis zum Jahresende auf 1.300 US-Dollar für die Feinunze steigen könnte. Angesichts der jüngsten Wirtschaftsprognosen und eskalierenden Auseinandersetzungen scheint dies keineswegs weit hergeholt zu sein – Gold ist eben immer noch eine sichere Bank.