Aktueller Goldkurs

18.06.18, 11:07 Uhr (GMT)

1.105 Euro | 1.282 USD

Goldpreis: Trump hat es getan – wie geht es weiter?

Der Goldmarkt präsentiert sich nun schon seit Januar ausgesprochen uneinheitlich: Einerseits behauptet er sich hartnäckig oberhalb der wichtigen Marke von 1.300 US-Dollar, andererseits kommt er nicht so richtig vom Fleck. Gelingt das nun angesichts der globalen Unsicherheiten?

Abgrund in Sicht: Die politischen Differenzen nehmen zu

Mit Spannung schaute die Welt dem 12. Mai entgegen, an dem US-Präsident Trump seine Entscheidung zum Iran-Atom-Abkommen verkünden wollte – bis er es sich anders überlegte: Die USA werden aussteigen, kündigte Donald Trump bereits am 8. Mai an. Die europäischen Staaten beteuern, weiterhin die getroffenen Vereinbarungen einhalten zu wollen, die Konsequenzen neuer Sanktionen gegen den Iran sind jedoch noch gar nicht abzusehen. Bereits jetzt kommt es zu erneuen kriegerischen Handlungen in und um Syrien, wobei dem Iran eine Beteiligung unterstellt wird. Diese gefährlichen Vorkommnisse reihen nahtlos in die Entwicklungen der letzten Woche ein: Chemiewaffeneinsätze durch Assad wurden zwar unterstellt, aber bislang nicht bewiesen – als Grund für einen Bombenangriff reichte dies jedoch für die USA, Großbritannien und Frankreich aus. Selbst die Giftgas-Affäre um den ehemaligen Spion Skripal harrt noch immer einer eindeutigen Aufklären, Sanktionen gegen Russland wurden trotzdem verhängt.

Das Gemisch ist explosiv – und könnte die aktuelle Lage dramatisch verschärfen: In den USA kletterte die Inflation auf 2,4 Prozent – daran dürften nicht zuletzt die im Zuge der Sanktionspolitik steigenden Rohstoffpreise schuld sein. Zusammen mit einem enormen Infrastrukturprogramm, der Neuverschuldung sowie den anstehenden Strafzöllen ist der Boden für eine weitere Verteuerung bereitet. Erste Anzeichen zeigten sich auf dem Ölmarkt, aber auch bei den Aluminiumpreisen – nur Gold konnte noch nicht entscheidend vom wachsenden Risiko profitieren.

Bereitet sich der Goldpreis auf Ausbruch vor?

Der US-Dollar musste angesichts der Enttäuschen in Bezug auf die Inflationsrate wieder nachgeben, was dem Goldpreis nicht nur Stabilität verlieh, sondern auch wieder etwas auf die Beine half: Um ganze 20 US-Dollar je Feinunze konnte sich das Edelmetall wieder auf 1.325 US-Dollar für die Feinunze zurückarbeiten. Angesichts der Bedrohungslage im Nahen und Mittleren Osten erscheint dies jedoch allenfalls moderat. Die Seitwärtsrange wird nämlich von 1.301 US-Dollar und 1.366 US-Dollar je Feinunze markiert, der Goldpreis bewegt sich also noch im Rahmen. Allerdings zeigen die Charts durchaus Potenzial nach oben, sollten 1.327 US-Dollar je Feinunze geknackt werden. Einige Experten sprechen bereits davon, dass die Aufholjagd nun beginnen könne. Für Goldanleger dürften sich noch gute Einkaufsmöglichkeiten ergeben, wenn Investierte ihre Gewinne mitnehmen und durch die Verkäufe Rücksetzer ausgelöst werden. Wer ratierlich in Gold anlegt, ist ohnehin auf der sicheren Seite.