Aktueller Goldkurs

22.06.18, 22:57 Uhr (GMT)

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Goldpreis trotz steigender Zinsen erstaunlich stabil

Am Donnerstag musste der Goldpreis im Vergleich zur letzten Woche einen herben Rückschlag einstecken, das Edelmetall verbilligte sich um zwei Prozent auf 1.323 US-Dollar je Feinunze. Es ging zwar wieder leicht bergauf, die Kauflaune hielt jedoch nur kurz an – eine Entscheidung zur weiteren Entwicklung steht noch aus.

Goldpreis: Eine Frage der Zinsentwicklung

Die FED-Sitzung brachte zunächst keine klaren Anhaltspunkte dafür, wie schnell oder langsam die Leitzinsen in den USA steigen werden. Trotzdem konnte der US-Dollar an Stärke gewinnen, selbst die US-Anleihen profitierten, was den Goldpreis wieder unter Druck setzte. Nun könnte die europäische Geldpolitik das Zünglein an der Waage werden, das EZB-Protokoll wurde deswegen mit Spannung erwartet. Die Frage lautet also, wie sich der US-Dollar weiter behaupten kann. Legt er weiter zu, hat es das Edelmetall in der Regel schwer.

Ein Indiz dafür könnten die überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten sein, die auf ein robustes Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft hindeuten. Laut dem von der Atlanta FED genutzten Prognosemodell GDPnow wird demnach im ersten Quartal 2018 ein Zuwachs von 3,2 Prozent des BIP erwartet. Schon aus diesem Grund signalisieren die Vorzeichen eine Fortsetzung der schrittweisen Anhebung der Zinsen, die nächste Erhöhung soll bereits im März erfolgen – und zwar um 25 Basispunkte. Es wird bereits spekuliert, ob es im laufenden Jahr statt der drei noch im Dezember geplanten nun doch vier Anhebungen geben könnte.

Auswirkungen auf den Goldpreis sind einzuplanen, sollten wegen der Leitzinserhöhungen auch die Realzinsen steigen. Hier spielt naturgemäß die Inflationsrate eine wichtige Rolle, die im Januar in den USA einen kräftigen Sprung um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat absolviert hat. Unter dem Strich sind die Realzinsen also gesunken, was wiederum positiv für Gold wäre, das nicht umsonst als Absicherungsinstrument gegen hohe Inflationsraten gilt.

Weitere Aussichten: Daten genau im Blick behalten

Genau in diesem Zusammenhang könnte der Grund dafür liegen, dass sich der Goldpreis trotz des Rückschlags als erstaunlich stabil erwiesen hat. Ausschlaggebend ist noch immer die Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze: Bleibt der Goldpreis darüber, könnte er sich durchaus konsolidieren. Sobald er sich wieder in Richtung Zwischenhoch bewegt und dieses übersteigt, könnte ein weiterer Aufwärtstrend einsetzen. Aktuell bewegt sich Gold auf 1.330 US-Dollar je Feinunze zu, obwohl der US-Dollar im Verhältnis zum Euro leicht zulegen konnte.

Goldanleger sollten daher die Entwicklung in den nächsten Tagen genau beobachten. Alternativ empfehlen sich für private Anleger auch Sparpläne, da die Preisschwankungen durch den ratierlichen Kauf von physischem Gold gut ausgeglichen werden.