Aktueller Goldkurs

17.08.17, 09:51 Uhr (GMT)

1.098 Euro | 1.288 USD

Goldpreis sucht Boden, noch keine Erholung in Sicht – oder?

Nach einem vielversprechenden Jahresauftakt musste Gold wieder kräftig Federn lassen, aktuell bewegt sich der Goldpreis mit rund 1.228 US-Dollar für die Feinunze wieder auf dem März-Niveau. Allerdings geht es derzeit leicht bergauf – was ist hier möglich?

Die Krux mit den Wahlen – auch Goldpreis betroffen

Mit den ersten Umfrageergebnissen, die Emmanuel Macron als Präsidentschaftskandidaten für Frankreich bereits im April mit deutlichem Vorsprung in Führung sahen, begann der Abstieg beim Goldpreis. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls fiel von mehr als 1.290 US-Dollar auf 1.215 US-Dollar, damit war ein Großteil der Gewinne seit Jahresbeginn wieder verloren. Allein die Aussichten auf den Wahlerfolg von Macron ließ viele Investoren aus den sicheren Anlagen aussteigen. US-Staatsanleihen wurden verkauft, was die Renditen im Zehn-Jahres-Bereich nach oben trieb – und Gold unter Druck setzte.

Gleichzeitig wird ein Erstarken des US-Dollars erwartet, entsprechende Investitionen machen Gold ebenso zu schaffen wie die Aktienrallye, die den DAX auf mehr als 12.700 Punkte getrieben hat. Der Dow Jones durchbrach die Marke von 21.000 Punkten, musste aber in der Folge wieder einiges abgeben – die Euphorie könnte etwas verfrüht gewesen sein, wie sich auch an der steigenden Volatilität ablesen lässt. Nun gilt es nämlich, die Erwartungen mit Fakten zu untermauern – und da kamen die schlechten Zahlen von Macy’s, der größten US-amerikanischen Warenhauskette, zur Unzeit.

Schwache US-Binnennachfrage – Aktienindizes geben nach

Sie machen nämlich gravierende Probleme deutlich, die noch unter der Oberfläche schlummern: Einerseits wirken sich Amazon & Co. negativ auf den Einzelhandel in den USA aus, andererseits sind viele Verbraucher vorsichtiger geworden. Hier rächt sich jetzt, dass ein Großteil des US-Einzelhandels die Finanzkrise nur überleben konnte, weil die FED mit günstigen Krediten um sich geworfen hatte. Die nun einbrechenden Umsätze machen die Schuldenlast zum echten Problem, das nicht spurlos an die großen Indizes vorbeigeht.

Davon könnte Gold profitieren, wie die jüngste, zugegebenermaßen noch zaghafte Erholungstendenz andeutet. Eine wichtige Unterstützung wurde getestet, ob jetzt allerdings schon von Bodenbildung gesprochen werden kann, bleibt abzuwarten. Sollte sich der Goldpreis jedoch weiter stabilisieren, im ersten Stepp die 1.229 US-Dollar und im nächsten die 1.240 US-Dollar für die Feinunze erreichen, sind auch die 1.250 US-Dollar je Feinunze in greifbarer Nähe.

Für kundige Beobachtet ist ohnehin klar, dass die zu Gunsten von Macron ausgegangene Stichwahl noch lange nicht heißt, dass in Frankreich nun alles geklärt wäre: Im Juni steht die Wahl zur Nationalversammlung an und bereits jetzt sorgt Macron mit seinen Forderungen nach mehr EU für einige Verunsicherungen.