Aktueller Goldkurs

21.07.17, 22:59 Uhr (GMT)

1.078 Euro | 1.255 USD

Goldpreis steigt zögerlich an – ist die Luft schon raus?

In den letzten Tagen konnte sich Gold sukzessive nach oben arbeiten, prallte aber bei 1.273 US-Dollar für die Feinunze wieder ab. Die fehlenden Anschlusskäufe beendeten die Aufwärtsbewegung – ob dies nur vorläufiger Natur ist oder wieder der Rückwärtsgang eingelegt wird, bleibt abzuwarten.

Leichte Erholung im Goldpreis noch nicht nachhaltig

Nach dem kräftigen Rückgang auf die Unterstützungslinie bei 1.250 US-Dollar je Feinunze verzeichnete das Edelmetall zunächst einen Aufschwung bis über 1.270 US-Dollar, aus der sich jedoch noch kein weiterer Trend ablesen lässt. Dazu müssten 1.275 US-Dollar übertroffen werden, allerdings fehlen derzeit die Kaufimpulse im Markt. Die aktuellen 1.265 US-Dollar pro Feinunze sollten Anleger noch vorsichtig agieren lassen, bei einem weiteren Rückfall sind auch die 1.260 US-Dollar für die Feinunze möglich.

Hier offenbart sich eine Unsicherheit, die die Märkte nach der Verlautbarung der EZB erfasst hat: Mario Draghi betonte, dass nicht über Tapering, also das schrittweise Zurückfahren der massiven Anleihekäufe, gesprochen worden wäre. Dann allerdings kam das große “Aber”, denn man wolle diese Maßnahmen auch nicht verlängern. Die Effekte der mit dem Begriff “Quantitative Easing” bezeichneten Geldpolitik sind ohnehin umstritten, auch wenn Draghi nun davon spricht, diese Unterstützung durch die EZB könne nicht ewig dauern.

Die Märkte reagierten sehr unterschiedlich, der DAX durchbrach die Linie von 10.700 Punkten, die Gewinne an den US-Märkten wurden direkt realisiert und wieder abgegeben. Unter dem Strich muss doch festgehalten werden, dass ein abruptes Ende der Anleihekäufe nicht geplant ist, was wiederum auf Tapering hindeutet. Die EZB denkt offensichtlich darüber nach, elegant aus der Aktion herauszukommen – das ist an den Märkten so noch nicht angekommen.

Gute Aussichten für Gold – zumindest theoretisch

Mit dem Ende des QE würde ein wichtiger Stimulus für die Aktienmärkte wegfallen, der über kurz oder lang eingepreist und so für heftige Bewegungen sorgen wird. Nun waren dies die ersten Überlegungen der EZB, die Mario Draghi verkündet hat, und die Umsetzung bleibt abzuwarten. Allerdings sollten sich die Marktteilnehmer auf Turbulenzen einstellen. Von dieser Seite her ist der Boden für einen Anstieg des Goldpreises bereitet.

Einen weiteren Impuls könnte die Nachfrage nach physischem Gold geben, die vor allem in Indien wieder ansteigt. Die Notierungen am Goldmarkt in Mumbai überstiegen in der letzten Woche den globalen Goldpreis um 2 US-Dollar für die Feinunze – zum ersten Mal seit langer Zeit, zumeist bewegt sich der indische Goldpreis deutlich darunter. Die indische Nachfrage hat schon mehrfach die globale Preisbildung beeinflusst, Experten erwarten daher eine Aufwärtsbewegung, von der Goldanleger profitieren können.