Aktueller Goldkurs

18.10.17, 22:31 Uhr (GMT)

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Goldpreis steigt – Säbelrasseln bedrohlicher als festere US-Währung

Zunächst geriet das Edelmetall Mitte der Woche unter Druck, als der US-Dollar etwas an Stärke zulegen konnte. Allerdings überwog wohl das Sicherheitsbedürfnis, denn der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA wird immer bedrohlicher.

Goldpreis im Aufwind – Sicherheit gefragt

Der US-Dollar zeigte sich in den letzten Tagen etwas stärker und drückte den Goldpreis bis auf 1.250 US- Dollar für die Feinunze – allerdings nicht lange. Es brauchte nur eine Nacht, um das Edelmetall wieder deutlich zu verteuern. Seither geht es stetig bergauf: Von den 1.270 US-Dollar für die Feinunze am Mittwochmorgen kletterte der Goldpreis bis auf 1.287 US-Dollar für die Feinunze am Donnerstagnachmittag – seither bewegt er sich seitwärts um die Marke von 1.285 US-Dollar je Feinunze. Ausschlaggebend war das immer gefährlicher klingende Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea. Angesichts der Tatsache, dass sich hier zwei Atommächte gegenseitig provozieren, ist das Ansteigen des Goldpreises nicht verwunderlich. Einerseits haben die Aktienkurse bereits weltweit nachgegeben, andererseits wäre physisches Gold selbst in den größten Krisen ein probates Tauschmittel.

Die nun aus Indien vorliegenden vorläufigen Daten zum Goldimport legen nahe, dass allein im Juli mehr als 53 Tonnen des Edelmetalls eingeführt wurden – und das trotz der neuen Mehrwertsteuer, die der indische Staat auf Gold erhebt. Der Rückgang belief sich im Vergleich zum Vormonat auf weniger als 20 Tonnen, was weniger war, als zunächst erwartet wurde. Im Gegensatz dazu gibt es auf dem ETF-Markt derzeit kaum Zuflüsse, was dem Goldpreisanstieg bislang jedoch wenig anhaben konnte.

US-Politik entscheidend: US-Dollar und Zinserwartungen

Die Voraussetzungen für den Goldpreis sind nicht schlecht, zumal die 100-Tage-Linie gehalten werden konnte und Anschlusskäufe ausgelöst hat. Nun bleibt abzuwarten, wie sich der US-Dollar weiter entwickelt: Die Veröffentlichung der aktuellen Inflationsraten könnte schon einen wichtigen Impuls in Bezug auf die zu erwartenden Zinsen geben. Auf der anderen Seite wurden die hochgeschraubten Erwartungen an die vom neuen US-Präsidenten angekündigten Reformen bislang enttäuscht: Taten sind den Worten bislang noch nicht gefolgt. Entsprechend schwach präsentieren sich die Aktienindizes.

Trotz des für Goldinvestoren positiven Anstiegs im Goldpreis sollten wir darauf hoffen, dass die Bemühungen um eine Deeskalation des Konfliktes zwischen Nordkorea und den USA fruchten. Selbst wenn sich die Auseinandersetzung auf der anderen Seite unseres Erdballs abspielt, sollte die Menschheit klüger sein, als dem Spiel der Muskeln den Einsatz nuklearer Waffen folgen zu lassen. Sich jedoch vorsorglich auf Krisen einzustellen und mit physischem Gold in kleinen Stückelungen einzudecken, hat sich noch immer als kluge und vorausschauende Sicherheitsmaßnahme erwiesen.