Aktueller Goldkurs

22.11.17, 21:10 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Rücksetzer nach FED-Ankündigungen – wahrscheinlich nur von kurzer Dauer

Der Goldpreis sackte wieder unter 1.300 US-Dollar für die Feinunze, nachdem Janet Yellen eine geldpolitische Straffung verkündet hatte. Donald Trump, der Nordkorea vor der UN-Vollversammlung mit drastischen Worte drohte, fing den Rückgang wieder auf – wie geht es weiter?

Geopolitische Risiken und FED-Politik bestimmen Goldpreis

Nach einem für das Edelmetall erfolgreichen Monatsbeginn folgte in den letzten Tagen eine kräftige Korrektur: Der Goldpreis fiel von mehr als 1.350 US-Dollar für die Feinunze auf rund 1.290 US-Dollar je Feinunze. Ein wichtiger Faktor war die FED, deren Offenmarktausschuss am Mittwoch tagte und sich darauf festgelegt hat, dass noch in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung folgen soll – wahrscheinlich im Dezember. Für das nächste Jahr wurden weitere drei und für 2019 nochmals zwei Zinsschritte angekündigt, bis die geplanten 2,8 Prozent erreicht werden. Das war aber noch nicht alles, denn auch die Straffung der Goldpolitik soll schneller durchgezogen werden, als dies zunächst erwartet worden war. Das ist umso verwunderlicher, als dass die Inflation mit 1,4 Prozent noch weit vom Ziel bei 2,0 Prozent entfernt ist.

Allerdings hatte die FED ihre Bilanz im Rahmen des QE-Programms ordentlich aufgebläht: Belief sich die Bilanzsumme im Jahr 2008 auf weniger als eine Billion US-Dollar, hatte sie bis 2015 bereits 4,5 Billionen US-Dollar erreicht. Janet Yellen kündigte nun ein Straffungsprogramm an, das den Verkauf von Anleihen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar pro Monat vorsieht. Dieses Volumen soll sukzessive auf 50 Milliarden US-Dollar pro Monat ausgebaut werden. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass die Bilanzsumme auf das ursprüngliche Niveau zurückgefahren wird, vielmehr gehen Experten von 2,4 bis 3,2 Billionen US-Dollar aus. Zunächst reagierte der US-Dollar positiv, nun holt ihn die Realität jedoch ein: Der Euro konnte im Verhältnis zur US-Währung wieder zulegen und notiert aktuell bei knapp 1,20 US-Dollar.

Gute Voraussetzungen für Goldpreis – Erholung wahrscheinlich

Im Gegenzug stabilisierte sich der Goldpreis und bewegt sich derzeit wieder langsam in Richtung 1.300 US-Dollar für die Feinunze. Angesichts der Drohgebärden des US-Präsidenten, der vor der UN-Vollversammlung von einer “totalen Vernichtung” Nordkoreas sprach, rücken die geopolitischen Konflikte wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Gleichzeitig dürften die FED-Maßnahmen für Verunsicherung an den Märkten sorgen, weil sie eine Stärke der US-Wirtschaft implizieren, die sich anhand der harten Daten nicht belegen lässt – die Wahrscheinlichkeit für drastische Korrekturen steigt also. Vor diesem Hintergrund sollte Gold als Absicherung auch wieder interessanter werden, was einen weiteren Preisanstieg mehr als wahrscheinlich macht.