Aktueller Goldkurs

14.12.17, 22:01 Uhr (GMT)

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Goldpreis – Rücksetzer gut verkraftet

Nach einem kräftigen Verlust von rund 20 US-Dollar je Feinunze konnte sich der Goldpreis wieder stabilisieren, nicht zuletzt die gestiegenen Käufe aus dem asiatischen Raum dürften dazu beigetragen haben. Von Inflation ist weiterhin keine Spur zu sehen, der US-Dollar-Index ist auf einem Fünf-Jahres-Hoch – trotzdem kämpft das Edelmetall erfolgreich um ein Comeback.

Schweizer Referendum – Turbulenzen im Vorfeld

Am 30. November stimmen die Schweizer darüber ab, ob ihre Notenbank die Goldreserven massiv aufstocken soll. Die Initiative wurde von der SVP angeregt, um die Golddeckung der eigenen Währung zu stärken. Erste Umfragen ließen zunächst auf ein knappes Ergebnis schließen, der Goldpreis stieg auf über 1.200 US-Dollar je Feinunze. In den letzten Tagen veränderte sich das Verhältnis zu Gunsten der Gegner der Initiative, die optimistische Stimmung trübte sich ein. Gleichzeitig drückte der starke US-Dollar-Index auf den Kurs, die Korrelation ist stärker geworden. Mit einem Rutsch um 20 US-Dollar je Feinunze wurde Gold auf 1.177 US-Dollar je Feinunze geschickt, konnte den Boden aber schnell wieder gut machen. Seither bewegt es sich seitwärts um die 1.195 US-Dollar je Feinunze.

Das Umfeld: Aktienmärkte, Rohstoffe und Notenbanken

Die in der letzten Woche veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigten deutlich auf, dass es für Optimismus deutlich zu früh ist. Sowohl die europäischen als auch die asiatischen Märkte kämpfen mit einer Stagnation, selbst die US-Wirtschaftsdaten sind kritisch zu hinterfragen. So hat auch die FED zunächst keine Andeutungen im Bezug auf eine Zinserhöhung gemacht. Trotzdem markierte der Dow Jones neue Höchstpunkte, was mit Vorsicht zu betrachten ist. Der DAX kämpfte sich zurück, ist aber von den Höchstmarken weit entfernt. Vor allem der niedrige Ölpreis wird sich auf einige Branchen auswirken, können die energieverbrauchenden Industrien vom günstigen Einkauf profitieren, werden andere mit großen Problemen zu kämpfen haben. Die viel beschworene Fracking-Industrie in den USA braucht rund 90 US-Dollar je Barrel, um überhaupt kostendeckend arbeiten zu können. Mit aktuell deutlich unter 80 US-Dollar je Barrel kommen die Betreiber unter großen Druck.

Goldnachfrage gestiegen

Wie erwartet hat die Nachfrage nach dem Edelmetall vor allem aus Asien zugenommen, im Oktober wurden rund 13 Prozent mehr aus der Schweiz nach Indien, China und Hong Kong exportiert. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich der Trend stabilisiert, dann könnte Gold durchaus bis zum Jahresende noch ordentlich zulegen. Die aktuellen Verkaufszahlen stimmen optimistisch, zumal die Unsicherheiten an den Aktienbörsen wieder wachsen. Inflation ist zwar in keiner Weise in Sicht, also bleibt zunächst das Referendum in der Schweiz als wichtiges Signal.