Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Goldpreis – Rückkehr zum Trend erwartet

Mit einem kleinen Nebensatz konnte die FED-Chefin Janet Yellen den Aufwärtstrend des Goldpreises durchbrechen. Nach den getesteten Tiefs drehte er aber wieder nach oben und sollte zu seinem Trend zurückkehren – zumindest sprechen alle wichtigen Indikatoren dafür.

FED-Politik brachte Kursänderung

Zunächst lief die Pressekonferenz der US-Notenbank-Chefin Janet Yellen planmäßig, sie konnte ihre wohlüberlegten Sätze und Formulierungen in Ruhe platzieren. Zu groß und direkt könnten nämlich die Auswirkungen unbedachter Äußerungen an dieser Stelle ausfallen. So war es nur ein kleiner Nebensatz, der auf die Frage eines Reporters folgte, der den Goldpreis kurzfristig zum Nachgeben brachte. Janet Yellen kündigte nämlich indirekt die Anhebung der Zinsen für 2015 an. Für die Märkte war dieses Symbol der Trendwende in der US-Wirtschaft zunächst ausreichend, um dem Edelmetall den Rücken zu kehren. Allerdings sind die Aussagen der FED genau zu untersuchen und vor allem im wirtschaftlichen Kontext zu betrachten, um Rückschlüsse ziehen zu können.

Geldpolitische Maßnahmen abhängig vom Zustand der Wirtschaft

So fällt nach der Pressekonferenz doch auf, dass die Arbeitslosenquote nicht mehr als Kriterium für die geldpolitischen Maßnahmen der FED herangezogen wird. Die Tatsache, dass viele Personen im erwerbsfähigen Alter einfach aus der Statistik fallen, wird nun berücksichtigt. Darüber hinaus geben einige anderen Kennziffern und Indikatoren Anlass zur Sorge. Beispielsweise hat das Volumen der kreditfinanzierten Aktienkäufe den Rekordwert von 451,3 Milliarden US-Dollar erreicht. Kommt es zu Bewegungen, zum Beispiel durch Kurseinbrüche oder auch steigende Zinsen, lauert hier ein immenses Risiko. Auch der als Konjunkturindikator angesehen Preis für Kupfer deutet mit einem bereits seit sieben Monaten anhaltenden Abwärtstrend Probleme für das künftige Wirtschaftswachstum an, die von politischen Spannungen noch forciert werden können.

Politisches Umfeld spricht für Gold

Insbesondere auf die europäischen Märkte, die sich gerade von der Finanzkrise zaghaft erholen, werden sich zum Beispiel die Folgen der geplanten Sanktionen gegen Russland dramatisch auswirken. Platzen die bereits abgeschlossenen Verträge und Geschäfte wegen politischer Entscheidungen, müssen die Unternehmen auf das Geschäft verzichten und obendrein noch Strafen zahlen. So stehen aktuell viele Millionen Euro für Rheinmetall auf dem Spiel, aber auch für die über 6.000 deutschen Unternehmen, die in Russland investiert sind, kann es herbe Rückschläge geben. Ein weiterer Faktor ist die stabile und preiswerte Versorgung mit Gas und Öl, die von den Beziehungen zu Russland beeinflusst werden. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Politik geeignetere Wege als wirtschaftliche Sanktionen findet.

Vorsichtiger Optimismus angebracht.

Dass der seit Jahresanfang registrierte Aufwärtstrend für den Goldpreis immer noch fragil ist, hat die prompte Reaktion auf die FED-Pressekonferenz gezeigt. Auf der anderen Seite werden aber die zunehmenden politischen Spannungen dazu beitragen, dass Gold verstärkt zur Sicherung gesucht wird. Auch die jüngst veröffentlichten Warnungen von Warren Buffett sorgen natürlich für eine stärkere Nachfrage, denn die klare Empfehlung, schnellstmöglich aus Aktien auszusteigen, wird nicht ungehört bleiben.