Aktueller Goldkurs

18.01.18, 02:52 Uhr (GMT)

1.119 Euro | 1.326 USD

Goldpreis – Rückgang wohl nur kurzfristig

Der aktuelle Kursverlust des Edelmetalls dürfte nur von kurzer Dauer sein, zu viel spricht für die Rückkehr zum Aufwärtstrend. Die Stimmen, die den Verdacht einer gezielten Manipulation äußern, mehren sich. Angesichts der massiven Maßnahmen, die die EZB zum Anheizen der Inflation ergreifen will, dürfte sich Gold als zunehmend wichtig für viele Investoren erweisen.

Auslöser für den Kursrutsch

In der letzten Woche kam es zu einem geballten Verkauf von Gold-Futures im Wert von mehr als 500 Millionen US-Dollar, sodass der Goldpreis direkt um 12 US-Dollar je Feinunze nachgab. Der Handel wurde daraufhin für rund zehn Minuten ausgesetzt. Experten gehen davon aus, dass diese alles andere als marktschonenden Verkäufe, die es in der letzten Zeit wiederholt gab, gezielte Manipulationsversuche sind. Ein weiterer Faktor für den Preisrückgang war eine Untersuchung des World Gold Council, der für 2014 einen Rückgang der Nachfrage durch die chinesischen Verbraucher prognostizierte. Dass die Wirtschaftsdaten aus China relativ schwach ausfielen, schien diese Ansicht auf den ersten Blick zu bestätigen.

Wichtige Faktoren für steigenden Goldpreis

Die Kapitalaufnahme der chinesischen Wirtschaft, die unter “Total Social Financing” (TSF) zusammengefasst wird, zeigt aber in eine ganz andere Richtung. Für den Monat März wurden 2,07 Billionen Yuan, das entspricht rund 332,8 Milliarden US-Dollar, notiert. Dieser deutlich über den Erwartungen liegende Betrag umfasst neben Bankkrediten auch Unternehmensanleihen und Aktienausgaben. Da aber weder der Aktien- noch der Immobilien-Markt in China für die privaten und institutionellen Investoren interessante Perspektiven bieten, steigen die Chancen für Gold. Insbesondere die chinesische Notenbank investierte in den vergangenen Jahren enorme Beträge in ihren Goldbestand.

Darüber hinaus befördert die EZB mit ihren immer konkreter werdenden Planspielen die Auflage eines Anleiheprogrammes, das die Inflation im Euro-Raum befeuern soll. Auch wenn die Begründung, dass eine ausufernde deflationäre Entwicklung zu befürchten sei, wenig plausibel ist, muss der Notenbank an einer höheren Inflation gelegen sein. Schließlich ist die geplante Teuerungsrate von knapp zwei Prozent die einzige Möglichkeit, die Staatsschuldenkrise überhaupt in den Griff zu bekommen.

Wie der ehemalige Chef-Ökonom der Deutschen Bank, Thomas Mayer, analysierte, könne wohl nur noch ein Wunder helfen. In einem Interview mit FOCUS Online stellte Mayer klar, dass das derzeitige Wirtschaftswachstum nur durch die lockere Geldpolitik der EZB stimuliert wird. Auf der anderen Seite wäre in Griechenland der Schuldenstand viel zu hoch, als dass eine Rückzahlung überhaupt realistisch wäre. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es zu drastischen Korrekturen kommt. Für Investoren heißt das: Gold ist die einzig sichere Anlage.