Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Goldpreis reagiert stark: Chinas Warnschuss brachte US-Dollar in Bedrängnis

Wie sensibel die Märkte reagieren, musste der US-Dollar in den letzten Tagen erfahren: Eine später teilweise dementierte Meldung sorgte für ordentlich Druck auf die Währung – und Gold konnte prompt davon profitieren.

China lässt die Muskeln spielen – Goldpreis zieht an

Keine oder zumindest deutlich weniger US-Staatsanleihen wolle man künftig kaufen, hieß es aus China. Dafür gäbe es drei Gründe: die von der US-Administration angekündigte Intensivierung der Beziehungen zu Taiwan, die US-Handelssanktionen für chinesische US-Importe und der nachlassende Druck wegen des Tauwetters in Korea. Offiziell hieß es jedoch, dass US-Staatsanleihen im Vergleich zu den Alternativen weniger attraktiv wären. Dieses Statement ließ einerseits die Renditen der zehnjährigen US-Anleihen steigen, konnte jedoch andererseits den Goldpreisanstieg ebenso wenig stoppen wie die Gewinnabgabe nach dem Dementi durch die Devisenaufsicht Chinas.

Nach dem Rücksetzer auf 1.310 US-Dollar je Feinunze, den der Goldpreis Mitte der Handelswoche einstecken musste, schwingt er sich zu neuen Höhen auf: Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.330 US-Dollar je Feinunze. Der Jahresauftakt darf daher als gelungen bezeichnet werden, zumal die Experten schon für 2017 von schwächeren Gewinnen ausgegangen waren. Welches Potenzial schlummert also noch im Edelmetall, das von vielen Anlegern zum Schutz gegen inflationsbedingte Vermögensverluste oder als sicherer Hafen in Krisenzeiten genutzt wird?

2018: Gold setzt Erfolgsgeschichte fort

Mit rund 12 Prozent Wertzuwachs hatte das Edelmetall für viele überraschend gut abgeschlossen, zumal die wichtige Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze auf den letzten Metern geknackt werden konnte – und das trotz des Ausbleibens der von den relevanten Spezialisten erwarteten schwierigen Bedingungen. So konnten die gestiegenen kurzfristigen Zinsen keinen nachhaltigen Anstieg bei den langfristigen Anleiherenditen verursachen – was wiederum günstig für die Gold-Finanzierungskosten ist. Gleichzeitig treiben die vielfältigen geopolitischen Unsicherheiten, die nicht zuletzt auch durch die Trump-Administration angeheizt werden, die unterschiedlichsten Anleger in ein Gold-Investment.

Auch wenn die Zinsen in den USA nun in Minischritten steigen, konnte das die Gold-Performance nicht beeinträchtigen – die FED fällt nämlich im weltweiten Vergleich aus der Rolle, bleibt die Geldpolitik der anderen relevanten Zentralbanken doch zunächst ausgesprochen locker. Im Gegenteil, der so im Verhältnis zum Euro oder dem Britischen Pfund unter Druck stehende US-Dollar befeuert den Preis für Gold geradezu. Gold-Anleger sollten daher gelassen auf die künftige Entwicklung schauen, denn das Edelmetall erweist sich als ausgesprochen robust. Es gibt zwar durchaus auch Prognosen, die eine erneute Korrektur für wahrscheinlich halten. Angesichts der sinkenden Arbeitslosenzahlen dürften jedoch die Löhne anziehen, was wiederum die Inflationsrate befeuert – damit ist alles angerichtet, was Gold für eine attraktive Preissteigerung braucht.