Aktueller Goldkurs

25.07.17, 22:45 Uhr (GMT)

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Goldpreis profitiert von Unsicherheit – Trump-Effekt kehrt sich um

Enttäuschung machte sich nach der Trump-Pressekonferenz breit, aber eben auch Unsicherheit: Gold konnte profitieren und wieder über 1.200 US-Dollar für die Feinunze steigen. Seither bewegt sich das Edelmetall volatil seitwärts.

Donald Trump als Market Maker – Gold wird teurer

Reichten nach der Wahl zum US-Präsidenten Trumps Ankündigungen aus, die US-Wirtschaft massiv mit einem enormen Investitionsprogramm und mit Steuererleichterungen stärken zu wollen, um die Aktienkurse und den US-Dollar zu befeuern, verkehrte die letzte Pressekonferenz den Trump-Effekt ins Gegenteil: Das Fehlen konkreter Wirtschaftsaussagen versetzte dem Optimismus einen Dämpfer. Aktien gaben ebenso nach wie die US-Währung, die zwischenzeitlich im Verhältnis zum Euro rund zwei Prozent verlor. In der Folge kletterte der Goldpreis von den zuvor erreichten 1.190 US-Dollar für die Feinunze auf rund 1.205 US-Dollar je Feinunze, musste aber in der Folge wieder einen Teil der Gewinne abgeben. Hier wurden offensichtlich kurzfristige Gewinne mitgenommen.

Gestärkt wird das Edelmetall zusätzlich durch zunehmende Kaufaktivitäten in China, wo die Nachfrage traditionell vor dem Neujahrsfest Ende Januar ansteigt. Die chinesische Zentralbank hielt sich zwar in Bezug auf Gold zuletzt zurück und konzentrierte sich auf die Stärkung der eigenen Währung, trotzdem baute sie im Jahr 2016 die eigenen Goldreserven auf mehr als 1.840 Tonnen aus. Vor allem außerhalb des US-Dollar-Raums stimuliert die geschwächte US-Währung die Goldnachfrage, der Goldpreis kann also auf weitere Unterstützung hoffen.

Die Aussichten: Es bleibt spannend – und vollkommen ungewiss

Die Nachrichten um Donald Trump überschlagen sich derzeit und verstärken den Eindruck, dass es in den USA schlechte Wahlverlierer gibt. Angebliche russische Hacker-Angriffe, die den Wahlausgang beeinflusst haben sollen, konnten ebenso wenig belegt werden wie das Vorhandensein von belastendem Material. So präsentierte sich sein neu aufgestelltes Team relativ unbeeindruckt als gut vorbereitet, sodass die üblichen Befragungen im Vorfeld sicher gemeistert wurden. Was nun genau zu erwarten ist, bleibt allerdings abzuwarten. Denn einer Prämisse bleibt der designierte US-Präsident treu: Er ist unberechenbar.

Genau diese Unsicherheit macht die Märkte nervös – und stärkt den Goldpreis, der sich zwar auch volatil zeigt, aber doch auf einem deutlich höheren Niveau. Die 1.200 US-Dollar für die Feinunze bleiben klar im Visier, markieren aber auch eine Widerstandszone. Unterstützung erhält das Edelmetall hingegen bei 1.190 US-Dollar je Feinunze, sollte s einen erneuten Rutsch nach unten geben. Im Gegenzug wären die nächsten Zielmarken bei 1.214 und in der Folge bei 1.224 US-Dollar für Feinunze, sollte sich die Erholung fortsetzen. Für Goldinvestoren wird es nun höchste Zeit, sich gut zu positionieren.