Aktueller Goldkurs

26.05.17, 23:00 Uhr (GMT)

1.132 Euro | 1.267 USD

Goldpreis profitiert von FED-Rückzieher

Die Gewinne der Vorwoche musste der Goldpreis zunächst zumindest teilweise wieder abgeben und fiel auf rund 1.230 US-Dollar für die Feinunze – bis die FED in Aktion trat: Mit der Abkehr von den ehrgeizigen Plänen zur Zinsanhebung, die nun auf vage zwei Schritte in diesem Jahr zurückgeschraubt wurden, erhielt das Edelmetall wieder einen enormen Auftrieb.

Gold profitiert von Schwäche des US-Dollars

Der Aufwärtskanal, den der Goldpreis zu Anfang der Handelswoche verlassen hatte, konnte zurückerobert werden – und das mit prominenter Schützenhilfe: Die Pressekonferenz der US-amerikanischen Notenbank war wieder einmal mit Spannung erwartet worden, denn angesichts der globalen Wirtschaftsflaute ist das eigene Wachstum immer noch als fragil einzuschätzen. Auf der anderen Seite konnte die Inflation in den USA im Februar kräftig anziehen, mit 2,3 Prozent eröffnet sich demnach durchaus ein Potenzial, die Zinsen insgesamt wieder etwas heraufzuschrauben. Allerdings behielt die FED die Zinssätze zunächst bei und stellte zwei weitere Anhebungen in diesem Jahr in Aussicht – nach den zunächst angekündigten vier Anhebungsschritten ist das ein kleiner Rückzieher, der den US-Dollar auch prompt schwächte.

Die enge Korrelation zu Gold lässt sich an den Charts exakt ablesen: Innerhalb weniger Stunden legte der Goldpreis um mehr als 30 US-Dollar für die Feinunze zu und durchbrach in der Folge auch wieder die Marke von 1.270 US-Dollar für die Feinunze. Das war natürlich eine Einladung zur Gewinnmitnahme, die viele Investoren angenommen haben – der Goldpreis bewegt sich seither um die 1.260 US-Dollar für die Feinunze seitwärts. Behauptet sich das Edelmetall auf diesem Niveau, steht einem Anstieg auf 1.275 und in der Folge 1.280 US-Dollar für die Feinunze nicht mehr viel im Wege. Im Gegenzug ist die Marke von 1.245 US-Dollar im Auge zu behalten, wird diese nach unten gerissen, könnte ein weiterer Abwärtstrend einsetzen.

Goldpreis – die Aussichten

Die Nachfrage nach Gold steigt stetig an, was nicht zuletzt der Diskussion um die Begrenzung von Bargeld in der EU, die zwangsläufig an die Abschaffung denken lässt, geschuldet sein dürfte. Für institutionelle Anlegern hingegen spielt der drohende Negativzins für Bankeinlagen eine größere Rolle, Alternativen in den Anlagestrategien sind gefragt. Die extrem niedrigen Zinsen werden sukzessive auch für den ganz normalen Bankkunden Auswirkungen haben, wie die Ankündigung einiger Sparkassen in Bezug auf Kontogebühren schon belegt – Bankschließfächer geraten also nicht nur für große, sondern auch für kleine Anleger immer mehr in den Fokus: Dort lässt sich vor allem das Edelmetall in kleinen Stückelungen hervorragend und optimal geschützt deponieren – der Goldpreis dürfte demnach weiter steigen.