Aktueller Goldkurs

19.01.18, 12:33 Uhr (GMT)

1.091 Euro | 1.335 USD

Goldpreis – noch keine Entspannung in Sicht

Seit Mitte Oktober musste das Edelmetall empfindliche Verluste hinnehmen, die Ursachen sind vor allem in der fehlenden Inflation zu suchen, aber eben auch in der nun immer wahrscheinlicher werdenden Zinsanhebung durch FED – selbst wenn sie nur gering ausfallen wird. Als weiterer Preisdrücker gelten die ausgesprochen niedrigen Energiekosten – so können sich wenigstens auch kleine Goldminen noch über Wasser halten.

Die Charts – keine positiven Signale

Selbst langfristig zeigt in den Gold-Charts ein Keil nach unten – inklusive Risiko eines Ausbruchs weit unter die Marke von 1.000 US-Dollar je Feinunze. Von einer Entspannung kann im Gegenzug erst die Rede sein, wenn der Goldpreis sukzessive über 1.091 US-Dollar und in der Folge über 1.096 in Richtung 1.100 US-Dollar je Feinunze klettert. Fällt er jedoch nachhaltig unter 1.084 US-Dollar je Feinunze, ist Vorsicht geboten. Trotzdem wurden bislang die generell vorhandenen Verkaufssignale kaum vom Markt angenommen, alles Weitere bleibt abzuwarten.

Einordnung des aktuellen Goldpreises

Von einigen Ausschlägen abgesehen bewegt sich das Edelmetall in einem Kanal zwischen 1.095 und 1.085 US-Dollar je Feinunze seitwärts – Tendenz fallend. Dieses Preisniveau ist als zu niedrig einschätzen, auch wenn die Preisfindung für Edelmetalle natürlich von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängig ist. Gold hat sich jedoch seit Jahrhunderten als das Geld bewährt, das weder seinen Wert verliert, wenn seine Menge steigt, noch trägt es einen Kredit- oder Zahlungsausfallrisiko in sich – im Gegensatz zu unserem Fiat-Geld. Es ist haltbar, lässt sich lagern und ist knapp, darüber hinaus genießt es eine enorme Wertschätzung und stellt ein hohes Maß an Kaufkraft dar – das perfekte Geld also.

Trotzdem gerät der Goldpreis aktuell so unter Druck, es stellt sich demnach die Frage nach den grundlegenden Zusammenhängen mit unserem Fiat-Geld-System:

  • Wachsende Geldmengen lassen auch die Preise für Güter und damit Gold steigen – und umgekehrt
  • Fallende Zinsen machen das Halten von Gold interessanter und günstiger – und umgekehrt
  • Mit steigender Inflation wird Gold attraktiver – und umgekehrt
  • Das wachsende Risiko von Kredit- und Zahlungsausfällen macht das Halten von Gold interessanter – und umgekehrt

Angesichts der Tatsache, dass der Euro-Raum für Sparer und Investoren immer größere Risiken bereithält, weil einerseits die Geldvermehrung durch die EZB den Wert der Währung zusammenschrumpfen lässt und andererseits Banken und Staaten zumindest teilweise ihre Schulden nicht zurückzahlen könnten, sollte Gold als Versicherung angesehen werden: ein wirksamer Schutz gegen die Folgen der gefährlichen Geldpolitik der EZB. Vor diesem Hintergrund geraten die marktbedingten und teilweise durch Futures verstärkten Kursbewegungen im Goldpreis dann zur Nebensache.