Aktueller Goldkurs

25.09.17, 20:54 Uhr (GMT)

1.103 Euro | 1.309 USD

Goldpreis nimmt Schwung auf

Es ging erwartungsgemäß gemächlich seitwärts bis zur FED-Sitzung, die – ebenso vorhersehbar – keine Aussicht auf Änderung in der Zinspolitik brachte. Auch diese Reaktion war vorherzusehen: Der Goldpreis schwang sich bis auf knapp 1.350 US-Dollar auf und nimmt offensichtlich Anlauf für Höheres.

Märkte relativ unbeeindruckt von Turbulenzen

Zwar ist das Britische Pfund deutlich schwächer und auch der Euro musste einige Federn lassen, aber grundsätzlich haben sich die Märkte kaum aus der Ruhe bringen lassen – weder von Terroranschlägen, die nun endgültig Europa erreicht haben, noch von den Zerfallserscheinungen in der EU. Deutlich wichtiger sind derzeit die Zahlen, schließlich läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. Nur die Rohstoffe, vor allem Öl, zeigen die tatsächliche Schwäche der Wirtschaft auf. Eine weitere Bestätigung lieferte am Donnerstag die FED: Die Zinsen verbleiben ohne Aussicht auf baldige Änderung auf dem extrem niedrigen Niveau.

Goldpreis nimmt Schwung auf

Für Gold war das ein Startsignal, aus der Lethargie zu erwachen: Von 1.315 US-Dollar für die Feinunze ging es auf fast 1.350 US-Dollar, was einige Investoren zur Gewinnmitnahme animierte. Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.340 US-Dollar zeigt somit durchaus Potenzial für einen weiteren Anstieg an. Sollten der Widerstand bei 1.347 US-Dollar für die Feinunze erneut durchbrochen werden, könnte das der Beginn weiterer Höhenflüge sein.

Wie die Experten der HSBC analysierten, sehen sie die Bodenbildung nun abgeschlossen und erwarten einen weiteren Aufwärtstrend. Die kalkulierte Luft nach oben wird mit fast 260 US-Dollar für die Feinunze angegeben, die nächsten großen Widerstände wären dann bei 1.524 US-Dollar je Feinunze zu erwarten – in der Perspektive. Zunächst käme es aber darauf an, dass die 1.300-er Marke stabil gehalten würde, denn ansonsten könnte es noch einmal kräftig nach unten gehen.

Großwetterlage: Sicherheit ist gefragt

Auch wenn die Aktienindizes ein positives Bild zeichnen, das in erster Linie den herausragenden Zahlen einiger Unternehmen geschuldet ist, zeichnet sich an keiner “Front” Entspannung ab: Italiens Banken geben großen Anlass zur Sorge, auch wenn von allen offiziellen Seiten beschwichtigt wird. Aber die Italiener stehen nicht alleine da, heute fiebert eine ganze Reihe anderer Geldinstitute, denn der Stresstest steht an – und die Bedenken sind berechtigt. Die Wirtschaft dümpelt vor sich hin, hier fehlen wichtige Impulse, die nur Investitionen in Größenordnung geben könnten. Um den Brexit ist es aktuell etwas ruhig geworden, allerdings dürfte es an der Ernsthaftigkeit des Vorhabens keine Zweifel mehr geben. Allerdings standen die Erschütterung durch die Terroranschläge direkt in unserer Mitte in den letzten Tagen im Fokus der Aufmerksamkeit . Alles in allem gehört Gold auf die Einkaufsliste aller Anleger, die sich ein Sicherheitspolster schaffen wollen.