Aktueller Goldkurs

18.07.18, 22:28 Uhr (GMT)

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Goldpreis nimmt Anlauf: Erste Widerstände im Sturm genommen

Unter dem Eindruck eines festeren US-Dollars kam der Goldpreis zu Beginn der Handelswoche unter Druck und sackte bis auf 1.307 US-Dollar für die Feinunze ab. Dann aber nahm die Wende ihren Lauf, die Angst vor einem weltweiten Handelskrieg bricht sich Bahn.

Goldpreis legt kräftig zu – Seitwärtsbewegung ade?

Ging es in den letzten Wochen eher langweilig seitwärts und zuletzt sogar bergab mit dem Goldpreis, konnte sich das Edelmetall in den letzten zwei Tagen in eine deutlich bessere Position manövrieren. Selbst die von der FED verkündete Zinsanhebung um 25 Basispunkte war nicht dazu geeignet, die wachsenden Ängste an den Märkten effektiv einzudämmen: Die von Donald Trump verhängten Strafzölle auf chinesische Waren ließen die Regierung in Peking prompt reagieren und ihrerseits Handelsstrafen gegen die USA verhängen. Der US-Präsident setzt Schritt für Schritt seine Vorhaben um, nicht zuletzt die EU und auch Deutschland werden die Auswirkungen zu spüren bekommen. In der Folge gaben die Aktienmärkte teilweise drastisch nach, was viele Anleger dazu animierte, auf Nummer sicher zu gehen: Gold erfreut sich einer wachsenden Nachfrage.

Nach dem Rücksetzer auf 1.307 US-Dollar für die Feinunze Anfang der Handelswoche zog der Goldpreis sukzessive an: Bereits am Mittwoch konnte die wichtige Widerstandsmarke bei 1.325 US-Dollar für die Feinunze nach oben durchbrochen werden. Bei 1.335 US-Dollar für die Feinunze setzten offenbar Gewinnmitnahmen ein, bevor am Freitag der entscheidende Sprung über die Marke von 1.341 US-Dollar für die Feinunze gelang. Hält sich das Edelmetall erfolgreich über dieser Widerstandslinie, stehen die Ampeln auf Grün und einen Bullenmarkt: Selbst das Ziel von 1.415 US-Dollar für die Feinunze wäre dann realistisch – und bislang sieht es ganz danach aus.

Die Aussichten: Chancen für den Goldpreis deutlich gestiegen

Über den Handelskrieg zwischen den USA und China hinaus drohen weitere Konflikte: In der US-Regierung dreht sich das Personalkarussell immer schneller, nun durfte auch der Nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond den Hut nehmen. Sein Nachfolger John Bolton gilt außenpolitisch als ausgesprochener Hardliner – insbesondere im Hinblick auf den Iran könnte es somit zu einer weiteren Eskalation durch erneute Sanktionen kommen. Gleichzeitig eröffnet sich für Donald Trump die Chance, die bislang von den Strafzöllen auf Aluminium und Stahl ausgenommene EU in Bezug auf die Iran-Sanktionen in die Pflicht zu nehmen: Nur bei einer Beteiligung bleiben die Ausnahmeregelungen für die Zölle bestehen. Im Gegensatz zu den USA ist die EU jedoch auf Öl-Importe angewiesen. Vor diesem Hintergrund sind die wachsenden Unsicherheiten nachzuvollziehen – und damit auch die Flucht in ein sicheres Edelmetall.