Aktueller Goldkurs

20.09.18, 20:32 Uhr (GMT)

1.036 Euro | 1.206 USD

Goldpreis – Nachfrage aus China wächst

Die Rücksetzer der letzten Tage haben den Goldpreis auf rund 1.260 US-Dollar je Feinunze gedrückt. Das kann allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass die Nachfrage aus Asien anzieht: Das bevorstehende Neujahrsfest lässt traditionell den Appetit auf das Edelmetall wachsen. Mit mehr als 30 Tonnen pro Tag konnte die Shanghai Gold Exchange bereits zweimal in Folge die Tagesumsätze der letzten Woche, die bei rund 21 Tonnen lagen, deutlich übertreffen. Selbst beim größten Gold-ETF SPDR Gold Shares steigt das Nachfrage-Barometer kontinuierlich an.

Explodierende Börsen – Druck auf das Edelmetall

Die Voraussetzungen am Markt sind also optimal, weswegen die Abwärtsbewegung beim Goldpreis umso verwunderlicher erscheint. Allerdings dürfen die Börsenentwicklungen nicht aus dem Augen verloren werden: Die Aussicht auf weiterhin sehr billiges Geld, dessen Menge mit dem EZB-Anleihekaufprogramm ab März pro Monat um 60 Milliarden Euro vergrößert wird, beflügelt die Aktien- und Anleihemärkte – alle damit verbundenen Risiken der Blasenbildung eingeschlossen. Die Kurse bewegen sich immer weiter von der Realwirtschaft weg, eine Korrektur wird umso wahrscheinlicher. Schon ein Impuls reicht aus, um das ganze Gerüst zum Einsturz zu bringen: Die Nachricht, dass die EZB die griechischen Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für neue Kredite akzeptieren will, löste ein Beben an der griechischen Börse aus, das sich allerdings nur schwach ausbreitete. Nur war diese Aussage der EZB keine dramatische Wende, sondern eine logische Schlussfolgerung.

Die neue griechische Regierung hatte zuvor immer wieder betont, keine neuen Mittel aufnehmen zu wollen. Die aktuellen Gespräche mit den europäischen Partnern sollen die Weichen für eine Umschuldung stellen, die dem von Deutschland abschlägig beschiedenen Schuldenschnitt vorgezogen wird. Die Ergebnisse bleiben abzuwarten, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich auch andere Länder dem strengen Spardiktat der Troika aus EU, IWF und EZB entziehen wollen. Die Erfolgschancen von restriktiven Sparmaßnahmen in eine Rezession hinein dürften allerdings auch äußerst gering sein.

Gute Aussichten für Gold – starke Nerven gefragt

Neben den Turbulenzen in Europa spitzt sich die militärische Auseinandersetzung in der Ukraine ebenso zu wie deren finanzielle Situation. Die hektischen Aktivitäten der deutschen und französischen Regierungen lassen erahnen, dass nun nachdrücklich auf ein Lösung gedrängt wird. Wie die EU im Bezug auf die Russland-Sanktionen weiter agiert, bleibt ungewiss. Der Schaden ist allerdings schon verursacht, die Exporte sind eingebrochen, ohne dass eine Wirkung erzielt worden wäre. Die Unwägbarkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung nehmen drastisch zu, die Effekte lassen den Goldpreis derzeit stark schwanken. Investoren benötigen in den nächsten Wochen also starke Nerven, um vom sehr wahrscheinlichen Aufwärtstrend profitieren zu können.