Aktueller Goldkurs

22.10.18, 07:46 Uhr (GMT)

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Goldpreis mit kräftiger Korrektur – US-Zinswende wirft Schatten voraus

Die Erwartungen gehen weit auseinander: Kommt nun die Zinswende in den USA oder nicht? Obwohl nur eine Anhebung auf 0,25 Prozent erwartet wird, reicht das Gerücht schon aus, um den Goldpreis wieder auf Talfahrt zu schicken. Die Korrektur war kräftig, der Abwärtstrend hält noch an.

Keine Entwarnung – Goldpreis unter Druck

Das war ein Einbruch: Von knapp 1.150 US-Dollar je Feinunze, die zum Schluss der letzten Handelswoche erreicht wurden, auf zwischenzeitlich 1.112 US-Dollar je Feinunze sackte der Preis für Gold in den vergangenen Tagen durch. Aktuell ist zwar eine leichte Erholung zu registrieren, allerdings befindet sich das Edelmetall auch über die zurückliegenden Quartale hinweg in einer Abwärtsbewegung, selbst die starken weißen Kerzen von Mitte September konnten sich nicht nachhaltig durchsetzen. Nun wird die Marke von 1.109 US-Dollar als wichtige Unterstützungslinie interessant: Wird diese durchbrochen, kann es auch weiter bis auf 1.105 US-Dollar und 1.100 US-Dollar je Feinunze nach unten gehen. Nach oben stellen 1.174 US-Dollar je Feinunze den großen Widerstand dar, den es zu reißen gilt – dann ist Luft bis zu 1.200 US-Dollar je Feinunze Gold.

Unwägbare Entwicklungen – sowohl bei der FED als auch bei Gold

Ob Janet Yellen nun doch aktiv wird und die Zinsen zumindest marginal anhebt, bleibt abzuwarten – es gibt nachvollziehbare Argumente dafür, aber auch dagegen. Klar ist, dass die expansive Niedrigzinspolitik nicht unendlich praktiziert werden kann. Allerdings würde der Schuldendienst um ein Vielfaches teurer werden, die Dimensionen sind schließlich insbesondere in den USA gigantisch. Derzeit preist der Markt die in den kommenden Monaten erwartete Zinsanhebung bereits ein – mit allen Unwägbarkeiten, die damit verbunden sind.

Manipulationen beim Goldpreisfixing – Schweiz leitet Ermittlungen ein

Nach der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), der EU-Wettbewerbskommission, dem US-Justizministerium und der Commodity Futures Tranig Commission gab nun auch die Schweizer Wettbewerbskommission bekannt, gegen sieben Banken Ermittlungen wegen des Verdachts auf Manipulationen und wettbewerbswidrige Absprachen beim Gold- und Silberpreisfixing einleiten zu wollen. Mit dabei neben der Deutschen Bank auch UBS und Julius Bär, Barclays, HSBC, Morgan Stanley und Mitsui – vorerst. Allerdings ist erst für 2017 mit Ergebnissen zu rechnen.

Perspektive: Gold als Sicherheit für alle Fälle im Fokus behalten

Trotzdem wird sich physisches Gold weiterhin durchsetzen, denn angesichts der äußerst schwachen Wirtschaftsdaten reicht eine Meldung aus, um die fragilen Märkte ins Wanken zu bringen – erinnert sei hier an “Dieselgate”, die Reaktionen folgten prompt. Die Risiken nehmen zu, allein die Flüchtlingswelle und alle sich daraus ergebenden Folgen sind dazu beschaffen, nachhaltige Verwerfungen zu verursachen.