Aktueller Goldkurs

11.12.17, 18:01 Uhr (GMT)

1.057 Euro | 1.246 USD

Goldpreis mit kräftigem Sprung nach oben – US-Dollar weiter unter Druck

Es brauchte nur einen Tag, um den Goldpreis um 20 US-Dollar je Feinunze zu verteuern. Ein Ende des Aufwärtstrends ist derzeit nicht abzusehen, denn der schwache US-Dollar befördert diese Entwicklung – aber wie lange noch?

Unsicherheiten auf dem US-Markt – Mario Draghi setzt noch einen drauf

Aktuell gibt es für den Euro mehr als 1,20 US-Dollar – und das, obwohl sich Mario Draghi zu einer Prognose hinreißen ließ, die für das kommende Jahr einen Kurs von maximal 1,18 sieht. Diese Aussage konnte den starken Euro nur kurz beeindrucken, er holte schnell wieder auf und tendiert weiter aufwärts. Gold zieht nach, es notiert derzeit bei 1.357 US-Dollar für die Feinunze und legte somit einen ordentlichen Sprung nach oben hin.

Auch hier hat Mario Draghi einen kräftigen Impuls gegeben und zwar damit, dass er nichts gesagt hat: Die Erwartungen an die jüngste EZB-Sitzung bezogen sich auf Ankündigungen in Bezug auf eine Reduzierung der Anleihekaufprogrammes – weit gefehlt. Der Grund: Der Wechselkurs verursache Unsicherheiten, die Entscheidungen zur eigenen Geldpolitik wurden daher auf den Oktober vertagt. Auf der anderen Seite der Weltkugel gab es einen weiteren Rücktritt: Mit Stanley Fischer hat der stellvertretende Vorsitzende der FED das Handtuch geworfen, was das Vertrauen in die künftige Notenbank-Politik der USA durchaus erschüttert. Es lässt sich nämlich noch schwerer prognostizierten, wie es bei den Währungshütern der USA weitergeht.

Anziehende Gold-Nachfrage – nur bei Münzen hinkt Entwicklung hinterher

Es sind vor allem die Gold-ETFs, die im Monat August einen ordentlichen Zufluss verzeichnen konnten: Mehr als 40 Tonnen Gold wurden hier gezeichnet. Darüber hinaus haben die Spekulanten zugeschlagen, die Netto-Long-Positionen auf Gold wurden fast verdoppelt. Physisches Gold in Form von Münzen war jedoch im August weniger gefragt, nur 0,3 Tonnen wechselten insgesamt den Besitzer. Damit wurde der Vorjahreswert deutlich verfehlt, insgesamt blieb in diesem Jahr der Münzabsatz bis zum August mit rund 6,9 Tonnen um 63 Prozent hinter dem des Vergleichszeitraums im Vorjahr zurück. Gold stellt dabei keine Ausnahme dar, auch Silbermünzen erreichten mit 485 Tonnen nicht einmal die Hälfte des Vorjahresumsatzes. Im August konnten die Silberlinge jedoch anziehen, auch die Netto-Long-Positionen weiteten sich auf das Doppelte aus.

Die Anzeichen deuten also einen weiteren Aufwärtstrend an, insbesondere die zunehmenden Unsicherheiten unterstützen diese Entwicklung: Einerseits macht die Zurückhaltung der EZB nachdenklich, die wirtschaftlichen Voraussetzungen in der EU scheinen demnach nicht gut genug für ein Zurückfahren des Anleihekaufprogramms zu sein. Andererseits sind die weltweiten Konflikte, allen voran mit Nordkorea, nicht zu ignorieren. Auf Gold zu setzen, kann in dieser Zeit nicht falsch sein.