Aktueller Goldkurs

27.03.17, 16:24 Uhr (GMT)

1.153 Euro | 1.256 USD

Goldpreis mit Erholungstendenzen – der FED-Zinsanhebung zum Trotz

Nach einer kräftigen Korrektur in den letzten Wochen absolvierte der Goldpreis am Mittwochabend einen beeindruckenden Sprung nach oben: Um mehr als 20 US-Dollar erhöhte sich der Preis für die Feinunze und konnte im Anschluss noch zulegen. Eine Neubewertung der Situation ist sinnvoll.

Die Zinspolitik der FED – widersprüchliche Reaktionen

Sie war mit Spannung erwartet worden und hat doch die Erwartungen nicht erfüllt: Im Vorfeld der FED-Zinsentscheidung agierten die Marktteilnehmer ausgesprochen vorsichtig, die Edelmetall hatten bereits deutlich nachgegeben. Die Diskussionen waren von Angst geprägt, bis sich dann endlich die Erleichterung Bahn brach, als die FED wirklich die Zinsen anhob – allerdings nur um 0,25 Prozentpunkte. Gleichzeitig verkündete die FED, an der eingeschlagenen Strategie festhalten und weitere drei Zinsanhebungen in diesem Jahr durchführen zu wollen. Und schon setzte die Enttäuschung ein: Die zuletzt positiven Signale hatten die Erwartungen geschürt, dass die US-Notenbank tiefer in die Zinskiste greifen könnte.

Dieser Dämpfer ließ Gold und Silber neu durchstarten, die Preise erholten sich innerhalb weniger Stunden und machen Hoffnung auf eine Erholungsrallye. Im Gegenzug konnten die Aktien und der US-Dollar nämlich nicht profitieren, der Euro legte beispielsweise im Verhältnis zu. Diese Reaktionen zeigen die fragile Situation an den Märkten, die einige Erwartungen bereits eingepreist hatten und nun auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden.

Der Goldpreis – welche Perspektiven eröffnen sich jetzt?

Der deutliche Ausbruch bis weit über die Marke von 1.220 US-Dollar für die Feinunze Gold hinaus war so selbst von notorischen Optimisten nicht erwarten worden – und das sowohl in Bezug auf die Höhe als auch die Geschwindigkeit. Dass dieser wichtige Widerstand so souverän genommen wurde, kann eindeutig als Kaufsignal gewertet werden. Die nächsten Marken wären demnach 1.245 US-Dollar je Feinunze und in der Folge auch 1.260 US-Dollar für die Feinunze – mit aller Vorsicht natürlich. Der aktuelle Schwung wird wohl nicht ganz ausreichen, die Charts eröffnen aber zumindest das Potenzial. Die Unterstützungslinien liegen zunächst bei 1.220 US-Dollar, dann bei 1.200 US-Dollar je Feinunze und sollten im Blick behalten werden.

Grundsätzlich offenbaren die jüngsten Entwicklungen, dass die Vorsicht der Marktteilnehmer wächst: Zu viele Unsicherheiten begleiten die auf den ersten Blick positiven Signale aus der Wirtschaft. Wird der neue US-Präsident seine ehrgeizigen Pläne zum Erfolg führen können? Lösen die bereits angeregten Änderungen neue Krisen aus? Wie wird sich die Außenpolitik weiter entwickeln? Es gibt zu viele Unwägbarkeiten, auch wenn die EU mit der Wahl in den Niederlanden mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein scheint.