Aktueller Goldkurs

18.12.17, 08:03 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Löst Dollarschwäche erneut Aufwärtsbewegung aus?

Der Goldpreis absolvierte in der zu Ende gehenden Handelswoche kräftige Schwankungen, die Bandbreite reichte von 1.270 bis 1.290 US-Dollar für die Feinunze. Einige Sprünge nahmen nur wenige Minuten in Anspruch, kosteten das Edelmetall aber zehn US-Dollar je Feinunze. Was wird aus der Jahresendrallye?

Erhöht die FED die Zinsen – oder doch nicht?

In den letzten Tagen widersprach die Entwicklung des Goldpreises den Erwartungen: Trotz guter US-Konjunkturdaten schaffte es das Edelmetall zunächst auf 1.290 US-Dollar für die Feinunze – und dann folgte Einbruch auf 1.275 US-Dollar für die Feinunze. Seither kämpft sich Gold Schritt für Schritt zurück, derzeit notiert das Edelmetall bei 1.282 US-Dollar je Feinunze. Verantwortlich für die relativ großen Preissprünge dürften demnach größere Verkäufe am Futures-Markt sein, der einmal mehr zum Zünglein an der Waage werden könnte.

Stärke zieht das Edelmetall aus der Schwäche der US-amerikanischen Währung, die gegenüber der Gemeinschaftswährung wieder nachgegeben hat. Darüber hinaus beschleicht viele Investoren angesichts der anhaltend expansiven Geldpolitik der relevanten Notenbanken so langsam ein mulmiges Gefühl: Wenn sich die EZB angesichts der wirtschaftlichen Stärke nicht in der Lage sieht, an der Zinsschraube zu drehen – wann soll es dann passieren? Die nächste Krise kommt, es ist nur eine Frage der Zeit – zumindest an diesem Punkt sind sich die Experten einig. Wie wird die Europäische Zentralbank dann reagieren? Der Köcher ist langsam leer – was eindeutig für ein Investment in Gold spricht.

Notenbank-Politik als ausschlaggebender Faktor

Die EZB-Konferenz bot den Rahmen für eine Podiumsdiskussion, an der neben Mario Draghi und Janet Yellen auch die Gouverneure der englischen und japanischen Notenbanken teilnahmen – und das Thema Kommunikationspolitik vertieften. Diese soll nämlich verbessert werden, um beispielsweise die Märkte auch in Bezug auf deren Zinserwartungen zu überzeugen. Derzeit würde die Mehrheit nämlich weder an die FED-Ankündigungen glauben noch an eine Zinswende in Japan oder mehr als winzige Zinsschritte in Großbritannien. Weitere Erkenntnisse dürfte die EZB-Konferenz jedoch nicht bringen.

Vor diesem Hintergrund ist es nachzuvollziehen, dass die CFTC-Statistik wieder Netto-Long-Positionen verzeichnet – die Spekulanten gehen offenbar sowohl bei Silber als auch bei Gold von steigenden Preisen aus. Der Faktor Unsicherheit dürfte dabei der treibende sein: Glauben die Notenbanken nicht an die wirtschaftliche Stabilität ihrer Volkswirtschaften, warum sollten es dann die Aktienmärkte tun? Hier reicht ein kleines Zittern, um eine kräftige Korrektur auszulösen. Nicht umsonst erfreuen sich Kryptowährungen so großer Nachfrage, der Bitcoin hat eine wahre Kursexplosin hingelegt. Umsichtige Anleger behalten die Notenbanken ebenso im Auge wie die Aktienindizes, um den richtigen Gold-Einstieg nicht zu verpassen.