Aktueller Goldkurs

18.08.17, 22:59 Uhr (GMT)

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Goldpreis kommt nicht von der Stelle – wird hier wirklich manipuliert?

Das Edelmetall tut sich aktuell schwer, den Durchbruch nach oben zu schaffen. Nach einem schönen Zuwachs in der letzten Woche folgte ein kleiner Rücksetzer, seit Tagen bewegt der Goldpreis sich nun seitwärts und läuft Gefahr, in den nächsten Abwärtsstrudel gerissen zu werden.

Letztes Hoch als Maß der Dinge – Gold kämpft um Performance

Konnte Gold noch Anfang dieser Woche die 1.260 US-Dollar für die Feinunze nach oben durchbrechen, korrigierte es in der Folge bis auf die aktuellen 1.241 US-Dollar je Feinunze. Der Boden für eine weitere kräftige Aufwärtsbewegung war also bereitet, nun müsste sich der Goldpreis erst wieder auf das Niveau des jüngsten Hochs zurückbewegen, um einen neuen Trend anzukündigen. Ab 1.330 US-Dollar für die Feinunze stünde einer Rallye nicht mehr viel im Wege – aber aktuell sieht es anders aus. Sollte der Goldpreis unter 1.240 US-Dollar für die Feinunze fallen, sind weitere Verluste zu befürchten.

EZB rudert zurück – keine Straffung der Geldpolitik geplant

Wie sensibel die Märkte selbst auf Andeutungen oder unklare Formulierungen reagieren, zeigte die Pressekonferenz nach der letzten EZB-Ratssitzung. Die Verantwortlichen sahen sich veranlasst, ein erneutes Statement abzugeben: Von einem Kurswechsel in der Geldpolitik könne nicht die Rede sein, hier wäre von den Märkten überinterpretiert worden – der Euro erhielt prompt einen kräftigen Dämpfer und half dem US-Dollar zu neuer Stärke. Für den Goldpreis war dies kontraproduktiv, Investoren nahmen offensichtlich ihre Gewinne mit.

Den Zentralbanken widmete Börsenexperte Robert Halver ebenfalls Aufmerksamkeit – allerdings in einer ganz anderen Richtung: In einem Interview gab er Anlegern die Empfehlung, sich in jedem Fall mit Gold einzudecken, auch wenn er davon ausgehe, dass der Goldpreis von den Notenbanken manipuliert würde. Grundsätzlich sieht er nämlich ein enormes Potenzial im Edelmetall, ein Blick auf die Preisentwicklung zeigt jedoch etwas ganz anderes. Nach Halver wäre es nicht im Interesse der Zentralbanken, wenn der Goldpreis wieder zu alten Höhen zurückfinden würde. Daraus könnten die Märkte den Schluss ziehen, dass eine erneute drastische Korrektur bevorsteht, die an 2008 erinnert.

Es gibt immer wieder Mutmaßungen, dass der Goldpreis Gegenstand von gezielten Manipulationen sein könnte. Als weiteres Indiz führt Robert Halver dann auch die Politik der Notenbanken an, die nämlich ihre eigenen Goldreserven kontinuierlich aufstocken – da kommen günstige Preise nicht ungelegen. Was die Währungshüter als sinnvoll empfinden, sollte auch ein probates Mittel für Anleger sein: Ganz unabhängig vom konkreten Preis für eine Feinunze wird physisches Gold immer einen bestimmten Wert repräsentieren – da kann Papiergeld bei Weitem nicht mithalten.