Aktueller Goldkurs

23.10.18, 07:31 Uhr (GMT)

1.066 Euro | 1.225 USD

Goldpreis kommt nicht von der Stelle – noch nicht?

Selbst Experten reiben sich dieser Tage verwundert die Augen: Der Goldpreis kann – allen kleinen Kursgewinnen zum Trotz – nicht deutlich zulegen. Dabei gibt es Krisen genug, aber eben auch Alternativen.

Gold extrem billig – sowohl in US-Dollar als auch in Euro

Die goldene Regel, dass in harten Börsenzeiten der Goldpreis steigt, wird derzeit von der Realität konterkariert: Der Goldpreis kämpft immer noch um Unterstützung bei 1.226 US-Dollar je Feinunze, nachdem er sogar auf ein neues Jahrestief von 1.217 US-Dollar je Feinunze gefallen war. Auch in Euro sieht es für das Edelmetall nicht besser aus, mit 1.052 Euro je Feinunze konnte sich der Goldpreis noch nicht deutlich vom jüngsten Zwei-Jahres-Tief erholen. Dabei gibt es im Umfeld ausreichend Gründe, die für einen drastisch steigenden Goldpreis sprechen würden: Der Handelskrieg zwischen den Industriestaaten ist noch nicht vom Tisch, auch wenn die EU und die USA sich zumindest auf Gespräche einigen konnten.

DAX und Dow Jones hatten mit entsprechenden Rücksetzern zu kämpfen und haben sich bislang unterschiedlich dabei geschlagen: Der DAX ist von der 13.000-Punkte-Marke noch immer weit entfernt. Im Normalfall würden Investoren nun Gold ins Auge fassen, wie es zu Beginn des Jahres der Fall war. Der Goldpreis notierte von Ende Januar bis Mitte April über 1.300 US-Dollar für die Feinunze – bis es bergab ging.

Erholung im Herbst erwartet – doch wie kräftig wird sie sein?

Sollte sich die Nachfragesituation nicht gravierend ändern, wird der Goldpreis in erster Linie von der Währungsentwicklung abhängen. Das heißt: Legt der US-Dollar weiter zu, kann es für Gold noch schwieriger werden. Allerdings sehen Experten dieses Risiko als relativ gering an, zumal im Spätsommer die Saison für Gold vor allem in Asien beginnt. Und hier könnten die Käufer wiederum vom niedrigen Goldpreis profitieren – bis er wegen der steigenden Nachfrage zulegt.

Allerdings dürften die verkaufswilligen Gold-Anleger bereits zum größten Teil ausgestiegen sein, was den Verkaufsdruck mindert. Ein weiteres Indiz spricht für eine deutliche Erholung: Die Spekulanten setzen wieder darauf, dass der Goldpreis fallen wird. Zum Jahreswechsel 2015/2016 gab es ein ähnliches Szenario, das einen Preisanstieg einleitete. Innerhalb eines halben Jahres kletterte der Goldpreis um 300 US-Dollar je Feinunze – das lässt hoffen. Goldanleger sollten also den US-Dollar im Blick behalten: Endet die starke Phase, springt die Ampel für den Goldpreis auf Grün. Es stellt sich nur die Frage, ob er wieder so eine Performance hinlegen kann, daran haben die Experten leise Zweifel. Für stattliche Gewinne dürfte es jedoch allemal reichen.