Aktueller Goldkurs

18.12.17, 08:07 Uhr (GMT)

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Goldpreis kämpft um Stärke – Analysten sehen enormes Aufwärtspotenzial

Im Laufe der vergangenen Handelswoche brach der Goldpreis von knapp 1.300 US-Dollar auf 1.270 US-Dollar ein, die nach oben korrigierten US-Wachstumszahlen beeinträchtigten die Attraktivität des Edelmetalls. Allerdings ist die Weltwirtschaft alles andere als stabil, wie Experten zu bedenken geben.

Starke Zahlen aus den USA – trotzdem Warnungen vor einer Krise

Die Zahlen für das US-amerikanische Wirtschaftswachstum im dritten Quartal wurden erneut nach oben korrigiert, was die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen befeuerte – Gold wurde somit als Anlage wieder unattraktiver. Gleichzeitig äußerte sich Janet Yellen vor dem Ausschuss des US-Kongresses im Rahmen einer Anhörung optimistisch zur Perspektive der US-Wirtschaft. Weitere Zinserhöhungen wären somit gerechtfertigt. Die geplante und wahrscheinlich kurzfristig zur Abstimmung stehende Steuerreform, mit der Donald Trump ein wichtiges Zeichen setzen will, soll die Wirtschaft weiter ankurbeln – bislang gibt es aber noch Unstimmigkeiten, die zunächst ausgeräumt werden müssen.

Auf der anderen Seite warnen Mitglieder des EZB-Rates vor einem erneuten Schock: Vito Constancio konstatierte als EZB-Vizepräsident zwar, dass die Risiken nach wie vor gegeben wären, auch wenn sie geringer worden sind. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise war dies ähnlich. Auch EZB-Ratsmitglied Bostjan Jazbec warnte, dass im Bankensystem wegen der notleidenden Kredite dringender Handlungsbedarf besteht. Mit Claudia Buch reiht sich die Vizepräsidentin der Bundesbank in den Kreis der Warner ein, sie bezieht sich jedoch auf die Gefahren, die die andauernde Niedrigzinspolitik der EZB impliziert.

Steigende Verschuldung weltweit – Finanzsystem wird immer fragiler

Gold sollte vor diesem Hintergrund wieder in den Fokus viele Anleger rücken: Seit der Finanzkrise 2007/2008 hat sich nämlich die Verschuldung weltweit um weitere rund 60 Billionen US-Dollar erhöht, der Saldo beträgt aktuell ca. 230 Billionen US-Dollar. Damit könnte ein kleiner Funke ausreichen, um eine erneute Krise zu entfachen, deren zerstörerisches Potenzial um einiges größer eingeschätzt wird. Ein Blick auf die Banken zeigt dann auch, dass sie zum großen Teil immer noch Sanierungsbedarf aufweisen. Nicht umsonst bleiben die Zinsen so niedrig und werden die Bilanzen der Notenbanken per Notenpresse so aufgebläht – jede gegenläufige Initiative würde eine Krise auslösen.

Gleichzeitig umfasst der Goldanteil am weltweiten Gesamtvermögen gerade einmal drei Prozent, hier gibt es noch ordentlich Luft nach oben. Entscheidend ist der Goldpreis – und der scheitert bislang an der wichtigen Marke von 1.306 US-Dollar für die Feinunze. Erst wenn diese nachhaltig übertroffen wird, kann es deutlich weiter gehen. Auf der anderen Seite hat die Unterstützung bei 1.269 US-Dollar für die Feinunze gehalten. Anleger sollten diesen Preis ebenso im Blick behalten wie die nächste kritische Linie bei 1.263 US-Dollar je Feinunze – und durchhalten.