Aktueller Goldkurs

25.07.17, 18:33 Uhr (GMT)

1.069 Euro | 1.250 USD

Goldpreis in Warteposition – anstehende Daten könnten wichtige Impulse geben

In Hamburg brennt es. während die Staats- und Regierungschefs der G20 eintreffen – und die Märkte geben nach: Gold kann bislang nicht profitieren, es notiert deutlich schwächer als zu Beginn dieser Woche.

EZB sorgt für Ernüchterung – ganz wider Willen

Auch wenn es im Nachhinein hieß, die Märkte würden überreagieren – es zeichnet sich ein Ende des QE und damit der ultraleichten Geldpolitik durch die EZB ab und das wahrscheinlich früher, als es zunächst geplant war. Der Grund liegt nicht unbedingt im aktiven Handeln der Zentralbank, sondern im Mangel: Es gibt ganz einfach nicht mehr ausreichend deutsche, niederländische oder finnische Staatsanleihen, die die EZB noch aufkaufen könnte. Im Gegenteil, es fand ein wahrer Abverkauf statt – die Märkte werden vorsichtig und die Zinsen könnten steigen.

Sowohl die großen Aktienindizes als auch die Rohstoffpreise gaben nach, Öl büßte beispielsweise die gesamten Gewinne dieser Woche wieder ein. Höhere Zinsen würden wohl ein Ende der Aktiensause bedeuten und mit einer Korrektur einhergehen. Als ein wichtige Impulsgeber, der sich vor allem auf den Goldpreis auswirken könnte, wird der US-Arbeitsmarktbericht angesehen. Diese Daten könnten die abwartende Haltung an den Märkten beenden.

Goldpreis im Richtungskampf – noch unentschieden

Bei Gold zeichnet sich ebenfalls ein Kampf um die wichtige Unterstützung bei 1.220 US-Dollar je Feinunze ab: Zu Beginn dieser Woche sackte der Goldpreis von mehr als 1.238 US-Dollar je Feinunze auf 1.219 US-Dollar durch, um sich seither seitwärts zu bewegen. Entspannung kann es demnach erst geben, wenn sich der Goldpreis wieder über die Marke von 1.245 US-Dollar je Feinunze hinaus in Richtung 1.260 US-Dollar je Feinunze bewegt.

Bislang mutet die Unentschiedenheit im Goldpreis an die Ruhe vor dem Sturm an: Global kochen die Konflikte hoch, nicht zuletzt der Test einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete hat für gehörige Spannungen in der Region gesorgt. Am deutlichsten lässt sich die Situation derzeit in Hamburg sehen: Während sich die Großen und Mächtigen der Welt zu einem illustren Gesprächskreis versammeln, von dem angesichts der enormen Probleme unserer Welt kaum Konstruktives erwartet wird, bringen die Proteste auf den Straßen die andere Seite der Medaille zum Vorschein.

Gewalt ist in jedem Fall zu verurteilen, das ist keine Frage. Aber Demonstrationen gehören zu den Grundrechten, die in Deutschlands Grundgesetz verankert sind. Sich mit den Botschaften der größtenteils friedlichen Demonstranten zu befassen und diese insbesondere im Wahljahr ernst zu nehmen, wäre eine deutlich bessere Alternative zum restriktiven Vorgehen gegen Protestcamps, wie es in den letzten Tagen zu sehen war.