Aktueller Goldkurs

23.03.17, 17:26 Uhr (GMT)

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Goldpreis in Schockstarre – FED-Sitzung wird Impuls geben

Mit einem Einbruch um rund 20 US-Dollar je Feinunze in den letzten Tage spiegelt der Goldpreis die Positionierung großer Investoren wider: Von Janet Yellen wird in der heutigen FED-Pressekonferenz ein Signal erwartet – ob diese Hoffnungen allerdings erfüllt werden, bleibt zu bezweifeln.

Das Orakel von Jackson Hole – die Pressekonferenz der FED

Wird der Zins angehoben oder bleibt er auf dem aktuellen Niveau – die Finanzwelt schaut gebannt nach Jackson Hole, wo sich Janet Yellen heute der Presse stellen wird. Zögert sie bei ihren Aussagen, deutet ein Blick auf irgendeine Entscheidung hin oder wird es bei der aktuellen Politik der US-amerikanischen Notenbank bleiben? Einige Experten sehen in den US-Wirtschaftsdaten die Grundlage für eine Zinsanhebung, es wird sogar von Vollbeschäftigung geschrieben, andere gehen davon aus, dass vor der Präsidentschaftswahl im November gar nichts unternommen wird – wir werden es bald wissen.

Diese ungewisse Situation schlägt sich allerdings auf die Märkte nieder, nicht zuletzt der Goldpreis musste in den letzten Tagen Federn lassen: Von über 1.341 US-Dollar für die Feinunze sackte er auf 1.319 US-Dollar je Feinunze durch, nachdem die US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden waren. Aktuell kämpft er sich sukzessive in Richtung 1.325 US-Dollar je Feinunze, einen echten Impuls wird aber erst die FED geben: Sollten die Zinsen auf dem aktuellen Niveau verbleiben, dürfte das Edelmetall wieder kräftig zulegen. Eine Zinsanhebung würde jedoch den US-Dollar weiter stärken, was sich für den Goldpreis negativ auswirken dürfte.

Aktuelle Nachfragesituation – grundlegende Aussichten

Die Nachfrage durch die Zentralbanken, die traditionell starke Goldaufkäufer sind, um ihre nationalen Reserven krisenfest zu bunkern, hat im ersten Halbjahr 2016 etwas nachgelassen: Rund 35 Tonnen wurden weniger geordert, als dies im Vorjahreszeitraum der Fall war. Nicht zuletzt die prekäre Situation in einigen Staatskassen, wie beispielsweise in Venezuela, dürfte dazu beigetragen haben: Hier wurden Goldbestände veräußert, um rund 79 Tonnen ist der Goldbestand in diesem Jahr bereits geschrumpft. Da die aufgekauften Mengen netto ausgewiesen werden, also nach Abzug der Verkäufe durch Zentralbanken, lässt sich eine etwas niedrigere, aber dennoch stabile Nachfrage konstatieren. Spitzenreiter sind immer noch Russland und China, die im Verhältnis zu anderen Zentralbanken ihre Bestände kontinuierlich ausbauen.

Nicht zu vergessen ist die EZB, die vor tiefgreifenden Entscheidungen steht: Wird sie eine weitere Lockerung der Geldpolitik beschließen, dürfte Gold ebenfalls davon profitieren. Auch wenn die EU-Konjunkturdaten zuletzt etwas besser ausfielen, wird die Geldschleuse wohl weiter geöffnet werden. Investoren sollten den aktuellen Rücksetzer im Edelmetall für den Einkauf nutzen – die Prognosen für Gold sind nach wie vor sehr positiv.