Aktueller Goldkurs

19.06.18, 10:38 Uhr (GMT)

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Goldpreis in Lauerstellung: Ausbruch oder Korrektur?

Der ifo-Index stieg auf ein neues Allzeithoch, auch der Index für die geschäftlichen Erwartungen in Deutschland zeigt nach oben. Im Gegenzug bricht in den USA der Hausverkauf ein – wie wird sich diese Gemengelage auf den Goldpreis auswirken?

Wirtschaftsdaten widersprüchlich – DAX gibt leicht ab

Sie werden hochgejubelt, die telefonisch erhobenen Indizes zum Geschäftsklima und zu den Geschäftserwartungen: Mit 114,6 Punkten markiert der ifo-Index einen neuen Höchstwert, allerdings ist der gefeierte Stand von 106,5 Punkten bei den Geschäftserwartungen relativ niedrig – ein deutlicher Aufschwung sollte von mehr Optimismus getragen werden. Trotzdem ist dieser Wert interessant, denn triftet er weiter weg vom ifo-Index könnte dies als Vorwarnung gewertet werden. Der DAX zieht ohnehin nicht mit, er hat weder die 12.700-er Marke gerissen, noch die 12.600-er Marke gehalten.

Auf der anderen Seite der Welt kollabierte der Häusermarkt: In den USA wurde elf Prozent weniger Häuser verkauft, die Preise verfielen bereits um knapp vier Prozent, selbst die einschlägigen Indizes geben wenig Anlass zur Hoffnung. Wie die FED nun reagieren wird, bleibt abzuwarten, für Juni war ja ursprünglich eine Zinsanhebung geplant.

Realzinsen beeinflussen Goldpreis – was werden FED und EZB tun?

Die Zentralbanken üben sich derzeit in Durchhalteparolen: Während die FED sich in vagen Formulierungen ergeht, wird auch von der EZB erwartet, dass sie die Märkte auf das schrittweise Zurückführen der massiven Anleiheaufkaufe einstimmt. Auch wenn eine Zinsanhebung nicht vor Ende des nächsten Jahres geplant sein soll, ist die Signalwirkung nicht zu unterschätzen. Problematisch ist jedoch, dass die Inflation bereits wieder anzieht – in den USA wurden im Februar 2,7 und in der Eurozone 2,0 Prozent erreicht, bevor es wieder etwas abwärts ging. Ein wesentliches Element ist der Ölpreis, der seit gestern wieder drastisch eingebrochen ist. Hier bleibt es abzuwarten, ob Donald Trump seiner Ankündigung, die Ölreserven verkaufen zu wollen, Taten folgen lässt.

Gold käme wieder verstärkt ins Spiel, wenn die Inflationsrate steigt und die Realzinsen weiterhin niedrig bleiben. Die Voraussetzungen sind gut, denn angesichts der hohen Beschäftigungsquote werden Lohnsteigerungen wahrscheinlich, die wiederum die Preise treiben könnten. Diese als Zweitrundeneffekt bezeichnete Entwicklung braucht ihre Zeit, könnte den Goldpreis aber wieder kräftig befeuern. Aktuell bewegt er sich auf 1.270 US-Dollar für die Feinunze zu, nachdem er in den letzten Tagen kurz unter 1.250 US-Dollar je Feinunze gefallen war. Der US-Dollar bleibt relativ schwach, was für das Edelmetall positiv ist. Die Gemengelage ist sehr unübersichtlich, es wird nun an den Zentralbanken liegen, wichtige Impulse zu geben.