Aktueller Goldkurs

25.05.17, 14:35 Uhr (GMT)

1.121 Euro | 1.255 USD

Goldpreis im von Donald Trump ausgelösten Stimmungswirbel

War zu Beginn der Handelswoche die Marke von 1.220 US-Dollar je Feinunze in greifbarer Nähe, sackte der Goldpreis in den letzten Tagen durch. Aktuell notiert Gold knapp über 1.180 US-Dollar für die Feinunze – und das geht wiederum auf Donald Trump zurück.

Neuer Rekord für Dow Jones – Lust auf Risiko steigt wieder

Stiegen viele Investoren nach dem Amtsantritt von Donald Trump als 45. Präsident der USA zunächst in ein Gold-Investment ein, um die zu erwartenden Turbulenzen gut gesichert abzuwarten, zeigt dessen offenkundiger Tatendrang nun die gegenteilige Wirkung: Der Dow Jones hat erstmals die 20.000 Punkte genommen, die Renditen der Anleihen gingen ebenfalls nach oben – und im Gegenzug musste der Goldpreis Federn lassen. Die Anlage-Alternativen scheinen deutlich attraktiver zu sein, zumal Trump seinen markigen Worten nun ganz offensichtlich Taten folgen lässt.

Die enormen ETF-Abflüsse führten im Dezember in der Schweiz zu einem regen Goldhandel: Allein nach China gingen 158 Tonnen des Edelmetalls, was laut Bloomberg einen Rekord seit der Abbildung der Daten, die die Schweizer Zollbehörde liefert, darstellt. Im Gegensatz dazu sanken die Ausführen nach Indien deutlich ab, gerade einmal 20,6 Tonnen Gold wurden für Dezember registriert. Hier liegt aber eine sehr spezielle Situation vor, nachdem zunächst eine Währungsreform und in deren Folge eine Beschlagnahme der unversteuerten privaten Goldbestände durchgeführt wurden.

Gold als Alternative zum Bargeld – Nachrichten aufmerksam verfolgen

Das Thema Bargeld scheint auch bei der EU auf der Tagesordnung zu stehen: Die Meldungen in Bezug auf eine Begrenzung von Bargeld-Transaktionen häufen sich auffällig in der letzten Zeit. Ein Blick auf die leeren Haushaltskassen der meisten EU-Mitgliedsstaaten liefert dann auch die Erklärung: Horten die Bürger Bargeldbestände, haben weder Staaten noch Banken einen direkten Zugriff. Die Geldvermögen sind nämlich enorm angestiegen, werden jedoch nicht investiert. Im besten Fall schlummert das Geld auf Konten, die für die Banken mehr Kosten verursachen, als Gewinne einbringen. Die Bestände in Tresoren und Schließfächern hingegen, entziehen sich jeglicher Kontrolle und Verwendung.

So ist es nicht verwunderlich, wenn viele Börsenexperten davon ausgehen, dass wir uns in absehbarer Zeit mit dem Thema digitale Währung auseinandersetzen müssen: Damit würden die Staaten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen können, sowohl die Besteuerung wäre geklärt als auch die Zugriffsmöglichkeit für eventuelle Zwangsabgaben – bis hin zu Negativzinsen, die die Banken so leichter durchsetzen könnten. Wie lange sich der Bundebank-Präsident hier noch behaupten kann, bleibt abzuwarten. Insofern lohnt sich die umsichtige Anlage in physischem Gold gleich aus mehreren Gründen – und ein Engagement für den Erhalt des Bargeldes.