Aktueller Goldkurs

17.01.17, 08:00 Uhr (GMT)

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Goldpreis im Sog der starken US-Währung – noch keine Erholung in Sicht

Im Gegensatz zur EZB begann die FED, ihre Geldpolitik langsam wieder einzufangen. Gold geriet massiv unter Druck, während der US-Dollar ein 14-Jahres-Hoch verzeichnen konnte. Anleger sollten diese Entwicklung angesichts neuer Turbulenzen in Italien als Chance betrachten.

Turbulentes Jahr für Gold geht zu Ende

Anfang des Jahres stabilisierte sich das Edelmetall auf einem Niveau von 1.046 US-Dollar für die Feinunze, um dann auf 1.375 US-Dollar je Feinunze durchzustarten – und wiederum in eine Korrekturphase einzuschwenken. Diese hält nun seit Juli an und konnte zunächst bei 1.241 US-Dollar für die Feinunze abgefangen werden. Nach einem erneuten Anstieg auf 1.337 US-Dollar je Feinunze durchbrach der Goldpreis im Dezember jedoch die Unterstützung bei 1.171 US-Dollar je Feinunze und erreichte letzte Woche mit 1.123 US-Dollar ein neues Zehn-Monats-Tief.

Aktuell befindet sich das Edelmetall in einer Erholungsphase, von einer abgeschlossenen Bodenbildung kann allerdings noch keine Rede sein. Positiver stellt sich das Szenario dar, sollte die Zone von 1.170 bis 1.180 US-Dollar für die Feinunze nachhaltig nach oben durchbrochen und Kurs auf 1.200 US-Dollar für die Feinunze Gold genommen werden. Kritisch wird ein Durchsacken unter das letzte Zehn-Monats-Tief, dann rücken auch 1.050 US-Dollar für die Feinunze in den Fokus.

Wichtige Impulse: EU vor neuer Bankenkrise

Kurz vor Weihnachten wird es zur Gewissheit: Mit Monte Paschi steht die älteste Bank der Welt vor dem Crash. Die italienische Regierung musste einen Notfallplan beschließen, um die Ersparnisse ihrer Bürger weitestgehend zu schützen. Die zuvor geplante Kapitalerhöhung hätte bis zum gestrigen Donnerstag abgeschlossen sein müssen, allerdings konnten die fünf Milliarden Euro nicht aufgetrieben werden, die zum Ausgleich der mit der Auslagerung notleidender Kredite entstandenen Verluste notwendig geworden sind.

Ob die ergriffenen Maßnahmen allerdings greifen werden, bleibt abzuwarten. Schon bis hierhin hat die Bank rund 90 Prozent ihres Wertes verloren, was nicht zuletzt in der eigenen Unternehmenspolitik begründet liegt. Die vorgesehene Rückzahlung kleiner Anleihen verstößt zudem gegen EU-Recht, die italienische Regierung konnte jedoch eine Einigung mit der EU-Kommission erzielen. Italiens drittgrößte Bank kämpft demnach gegen den Zusammenbruch – die Folgen wären für die gesamte Gemeinschaft fatal.

Private Portfolios vorausschauend mit Gold absichern

Vor diesem Hintergrund sollten private Anleger ihre Strategien kritisch überdenken – und bei Bedarf den Goldbestand erhöhen. Der aktuell niedrige Goldpreis bietet dazu die beste Gelegenheit: Es ist zu erwarten, dass Gold nach einer Bodenbildung wieder stärker nachgefragt wird und damit zu einem Aufwärtstrend zurückkehrt – von der enormen Sicherheit, die das Edelmetall selbst in den größten Krisen bietet, einmal ganz abgesehen.