Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Goldpreis im Aufwind: Schwacher US-Dollar macht Investments attraktiv

Gute Miene zum bösen Spiel? Diese Frage ließ der Kommentar von Steven Mnuchin in Davos aufkommen. Der US-Finanzminister hatte nämlich betont, dass eine schwächere US-Währung von Vorteil wäre – für Gold stimmt das auf jeden Fall.

US-Dollar wertet massiv ab – wie wird EZB reagieren?

Im verschneiten Davos trifft sich derzeit die globale Elite aus Wirtschaft und Politik. Die schwache US-Währung dürfte vielen ein Dorn im Auge sein und für entsprechende Diskussionen sorgen, verschafft sie doch der US-amerikanischen Wirtschaft entscheidende Vorteile im Exportgeschäft. Zum Vergleich: Vor einem Jahr brachte ein Euro lediglich 1,06 US-Dollar auf die Waage – heute sind es mehr als 1,24 US-Dollar. Die Ursachen werden in der von Donald Trump vollmundig angekündigten und sich nun abzeichnenden US-Steuerreform und dem ganz offen gelebten Protektionismus verortet. Das Thema Staatsschulden war gerade in den letzten Tagen wieder eskaliert, als der Government Shutdown verkündet werden musste: Der US-Staat war zahlungsunfähig, da sich Demokraten und Republikaner nicht auf einen Nachtrag zum Haushalt und damit auf eine weitere Schuldenausweitung einigen konnten – zumindest vorübergehend.

Im Gegenzug legt der Euro kräftig zu, was naturgemäß Folgen für die Wirtschaft im Euroraum nach sich zieht. So wird die heutige Sitzung der EZB, die zunächst kaum neue Erkenntnisse zur Geldpolitik der Europäischen Zentralbank versprach, mit entsprechend großer Spannung erwartet: Wird Mario Draghi auf den sich abzeichnenden Währungskrieg reagieren? Wenn ja, wie könnte das aussehen?

Gold und andere Edelmetalle profitieren deutlich

Die Märkte haben jedenfalls deutlich reagiert, insbesondere die Edelmetalle und allen voran Gold legten kräftig im Preis zu. Mit 1.366 US-Dollar je Feinunze erreichte der Goldpreis ein Niveau, das er seit 17 Monate nicht gesehen hat. Der enge Zusammenhang mit dem Kurs der US-Währung wird bei einem Blick auf den Goldpreis in Euro deutlich: Der jüngste Anstieg fiel im Vergleich deutlich moderater aus und hat mit derzeit 1.088 Euro je Feinunze noch nicht einmal den Stand von Anfang Januar 2018 erreicht.

Goldanleger sollten also verschiedene Faktoren im Auge behalten: Setzen die USA nämlich den Kampf um eine möglichst niedrig bewertete eigene Währung fort, können EU, China und andere Industrienationen nicht tatenlos zusehen, ohne ihre eigenen außenwirtschaftlichen Chancen zu beschneiden. Ein weiter schwacher US-Dollar führt also zu Unsicherheiten an den Märkten, was wiederum Anleger verstärkt in ein Goldinvestment treiben dürfte – zumal diese von der Dollarschwäche profitieren, nutzen sie die Wechselkurse optimal aus. Der Boden für einen weiteren Goldpreisanstieg ist also bereitet, allerdings stimmen die sich abzeichnenden Unsicherheiten durchaus nachdenklich.