Aktueller Goldkurs

17.10.17, 18:47 Uhr (GMT)

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Goldpreis im Aufwind – FED wird immer zögerlicher

Nach einer starken Vorwoche erhielt der Goldpreis in den letzten Tagen wieder einen Dämpfer. Allerdings zeichnet sich derzeit ab, dass sich die FED immer schwerer mit einer Anhebung der Zinsen tut – das Vertrauen schwindet, der Goldpreis steigt.

US-Dollar drückt Goldpreis – aber nur kurz

Die US-Wirtschaftsdaten sahen gut aus – zumindest auf den ersten Blick, was der US-Währung zunächst ebenso Auftrieb verlieh wie den US-Anleiherenditen. Gleichzeitig war ein Abflauen des Gefahrenbewusstseins zu verzeichnen, der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea rückte wieder weiter weg, die Märkte gingen einfach wieder zum Alltag über. Der Goldpreis rutschte in der Folge auf rund 1.270 US-Dollar für die Feinunze zurück und bewegte sich seitwärts. Bis die Inflationsrate in den USA veröffentlicht wurde – und die lässt zu wünschen übrig.

Die ultralockere Geldpolitik der FED erzielt also nicht die gewünschte Wirkung, denn ohne eine angemessene Inflation funktioniert der gesamte Kreislauf nicht, im Gegenteil: Es droht Deflation, wird die Geldflut zurückgefahren. Genau an diesem Punkt haben die FED-Verantwortlichen nun kräftig Stoff zum Nachdenken erhalten, die Anhebung der Zinsen rückt damit wieder in die Ferne. Für die Märkte heißt das, die Wirtschaft entwickelt sich nicht in die gewünschte Richtung, die kleinste Veränderung am fragilen Gleichgewicht könnte fatale Konsequenzen nach sich ziehen – das Vertrauen in die Stabilität nimmt rapide ab.

Gold wieder stärker nachgefragt – ordentlich Potenzial nach oben

Nicht nur die indischen Goldimporte steigen um rund ein Drittel auf circa 750 Tonnen in diesem Jahr, auch die Nachfrage nach Gold-ETFs zieht wieder an. Damit steht die entscheidende Widerstandszone zwischen 1.290 und 1.300 US-Dollar für die Feinunze im Visier: Wird diese geschafft, eröffnet sich ein enormes Aufwärtspotenzial, das ein echtes Comeback des Edelmetalls einleiten könnte. Das bestätigt auch ein Blick auf die Charts der Aktien der Minenbetreiber, die im Gegensatz zum Goldpreis weniger empfindlich für Manipulationen sind.

Der entsprechende ETF GDX zeigt nämlich derzeit an, dass ein Long-Ausbruch immer wahrscheinlicher wird. In der Regel lassen sich aus der ETF-Entwicklung Rückschlüsse auf den künftigen Goldpreis ziehen, die eindeutig auf einen Goldpreisanstieg hinweisen. Die nächsten Ziele wären demnach bei 1.340 bis 1.350 US-Dollar für die Feinunze angesiedelt. Die Bodenbildung im Goldpreis dürfte damit mehr als abgeschlossen sein.

Auch wenn Goldanleger nicht in erster Linie die Rendite im Blick haben sollten, werden sie nichts gegen zusätzliche Gewinne haben. Wichtig ist doch, dass dieses Edelmetall seinen Wert im Verhältnis zum allgemeinen Preisniveau zumindest behält – genau darin liegt der enorme Vorteil eines solchen Investments.