Aktueller Goldkurs

14.11.18, 13:04 Uhr (GMT)

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Goldpreis hält Niveau – Gold-Interessenten sollten sich bereithalten

Der Goldpreis behält die Marke von 1.300 US-Dollar für die Feinunze fest im Blick – und das obwohl US-Dollar gegenüber dem Euro an Stärke zulegen konnte. Die Nachrichten aus der Eurozone dürften jedoch Gold wieder interessanter machen.

FED-Leitzinserhöhung und EZB-Beschlüsse lassen Aktienmärke jubeln

Kurzzeitig geriet die US-Währung unter Druck, als die FED den nächsten Zinsschritt verkündete – die Aktienhändler jedoch dürften sich gefreut haben. Auf der anderen Seite des Globus deutete die EZB hingegen an, nicht vor Jahresfrist eine Wende in der Niedrigzinspolitik einleiten zu wollen. Der DAX konnte in der Folge mit einem Satz über die 13.000-Punkte-Hürde springen, sind die Weichen doch weiterhin auf Gewinn gestellt. Gold nutzte die Gelegenheit ebenfalls und setzte wieder über die Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze.

Ein Blick auf die Inflationsraten in der Eurozone zeigt jedoch, dass die EZB in Zugzwang gerät: Es werden für Deutschland 2,2 Prozent im Monat Mai gemeldet, was jedoch weniger den geldpolitischen Maßnahmen geschuldet sein dürfte: Die Preise für Energie sind drastisch gestiegen. Für die Sparer heißt das einen noch schnelleren und drastischeren Geldwertverlust, denn die Guthabenzinsen für festverzinsliche Anlagen tendieren immer noch gegen Null – und daran soll sich ja in absehbarer Zeit nichts ändern. Gold könnte hier die Alternative sein, die für Anleger wieder in den Fokus rückt.

EU und Deutschland – Bilder der Zerrissenheit

Weitere Argumente pro Gold-Investment liefert derzeit die Politik: Von einer Kapitalmarktunion ist im Handelsblatt die Rede, die weiter voranzutreiben sei, um auch die deutschen Ersparnisse in die EU-Mitgliedsstaate zu lenken, die offenkundig einen hohen Bedarf an frischem Kapital haben. Die intensive Beratung der Finanzminister Deutschlands und Frankreichs hätte darüber hinaus eine europäische Finanztransaktionssteuer und eine Rückversicherung für eine europäische Arbeitslosenabsicherung zum Gegenstand gehabt, während die Bundeskanzlerin Merkel laut nach einem praktikablen Mechanismus für den Schuldenschnitt für Krisenstaaten ruft. Böse Zungen stellen diese kostenintensiven Bemühungen, es ist von mehreren 100 Milliarden Euro hohen Belastungen die Rede, in Zusammenhang mit der gerade begonnenen Fußball-WM: Während die deutschen Fußballfans sich auf spannende Spiele freut, könnten schwierige Beschlüsse ohne größere Probleme gefasst werden.

Allerdings reicht schon ein Blick in die aktuellen Querelen in Deutschland, um von einer politischen Krise zu reden: Bundesinnenminister Seehofer hat Bundeskanzlerin Merkel in puncto Flüchtlingsfrage ein Ultimatum gestellt und könnte im Ernstfall seinen Masterplan als Minister durchsetzen. Ob Angela Merkel, die für eine europäische Lösung und zwei Wochen Nachbesserungsfrist plädiert, dies durchgehen lassen könnte, ist zweifelhaft. Es steht nicht weniger als die Regierungskoalition und die Person der Bundeskanzlerin zur Debatte – und das in ohnehin schwierigen Zeiten. Anleger sollten demnach so langsam auf Nummer sicher gehen.