Aktueller Goldkurs

16.01.18, 14:50 Uhr (GMT)

1.127 Euro | 1.335 USD

Goldpreis gibt nach – Aussichten aber weiterhin gut

Die EZB will aus der ultralockeren Geldpolitik aussteigen – und schickte damit den Euro auf Talfahrt. Der Goldpreis reagierte prompt und fiel auf unter 1.265 US-Dollar für die Feinunze. Und doch sehen Experten ein interessantes Aufwärtspotenzial.

EZB kürzt Anleihekäufe – bleibt aber bei Strafzinsen

Die Märkte feierten den Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einem Kursfeuerwerk: DAX und Dow Jones ziehen ebenso nach oben wie der US-Dollar im Verhältnis zum Euro – keine guten Vorzeichen für Gold. Allerdings lohnt sich ein genauer Blick auf die Aussagen von Mario Draghi, denn mit der Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe verkündete er auch die Verlängerung der Maßnahmen bis weit ins Jahr 2018 hinein. Damit verschiebt sich jedoch auch die Anhebung der Leitzinsen, die Strafzinsen bleiben also erhalten. Unter dem Strich hat sich bis auf die Geschwindigkeit der expansiven Politik also nichts geändert.

Und doch sind die Auswirkungen enorm, der Goldpreis tritt nämlich in eine wichtige Unterstützungszone, die zwischen 1.265 und 1.250 US-Dollar für die Feinunze verortet wird, ein: Wird dieser Bereich nach unten durchbrochen, ist ein weiterer Preisverfall zu erwarten. Allerdings gehen die Experten der ABN Amro nicht von einem grundsätzlichen Problem aus – ganz im Gegenteil.

Aussichten für 2018: Potenzial bis 1.450 US-Dollar je Feinunze Gold

Für die Perspektive erwarten die Analysten nämlich einen deutlich schwächeren US-Dollar, was dem Edelmetall zu einem Preisanstieg verhelfen könnte. Die niederländischen Rohstoff-Experten erwarten, dass die wichtige Grenze von 1.300 US-Dollar für die Feinunze nachhaltig nach oben durchbrochen wird. Als ein Argument wird der Kursverlauf Anfang Oktober angeführt, als der Preisverfall oberhalb der Linie des gleitenden 200-Tagesdurchschnitts gestoppt wurde. Vor diesem Hintergrund wird als mögliches Ziel bis zum Ende des kommenden Jahr die Marke von 1.450 US-Dollar je Feinunze ausgegeben – das wäre ein schöner Wertzuwachs.

In den nächsten Tagen wird sich zunächst zeigen, ob die Unterstützung beim Goldpreis hält. Und die Politik könnte dazu beitragen: Angesichts der zu erwartenden Eskalation im Konflikt zwischen der Zentralregierung in Madrid und der katalanischen Regionalregierung sind Verwerfungen an den Märkten nicht auszuschließen. Bislang konnten keinerlei Kompromisse erzielt werden, die Positionen sind verhärtet. Selbst die relativ robusten Wirtschaftsdaten in der Eurozone müssen relativiert werden, solange das Anleiheprogramm der EZB weiterhin die Märkte aufplustert.