Aktueller Goldkurs

17.02.17, 22:59 Uhr (GMT)

1.160 Euro | 1.235 USD

Goldpreis: Geht es positiv ins neue Jahr?

Kurz vor Jahresschluss scheint es so, als sollte sich das Blatt im Goldpreis wenden – die Marke von 1.160 US-Dollar je Feinunze ist aktuell in direkter Reichweite. Ob diese Bewegung jedoch nachhaltiger Natur ist und so für eine deutliche Erholung sorgen kann, bleibt noch abzuwarten.

Wichtige Gegenbewegung im Goldpreis

Nach einer Bodenbildung bei knapp 1.140 US-Dollar je Feinunze konnte sich das Edelmetall in den letzten beiden Tagen sukzessive erholen: Die wichtige Marke von 1.152 US-Dollar für die Feinunze wurde deutlich gerissen, bei reichlich 1.161 US-Dollar je Feinunze begannen jedoch zunächst die Gewinnmitnahmen. Behält Gold dieses Preisniveau bis zum Wochen- und damit auch Jahresschluss bei, könnte sich eine Trendwende realisieren. Das nächste Ziel wären 1.170 US-Dollar für die Feinunze. Auf der anderen Seite ist aber auch eine Gegenbewegung bis auf 1.151 US-Dollar für die Feinunze möglich, was als neues Kaufsignal gewertet werden könnte. Durchbricht der Goldpreis jedoch diese Grenze nach unten, stellt sich das Szenario deutlich negativer dar.

Starke Impulse: Ist der Trump-Börsenrausch schon verflogen?

Die Entwicklung der letzten Tage ist in erster Linie auf US-Wirtschaftsdaten zurückzuführen. Diese waren nach dem Boom in Folge der Wahlentscheidung unerwartet negativ: Die Anzahl der Verlängerungsanträge zur Arbeitslosenhilfe stieg auf sechs Prozent und damit so stark, wie es seit 2009 nicht mehr registriert worden war. Der drastisch gestärkte US-Dollar wiederum wirkte sich negativ auf die Handelsbilanz aus, das erwartete Minus von mehr als 65 Milliarden US-Dollar wird das gesamte Ergebnis für das vierte Quartal beeinträchtigen. Ein weiteres Indiz für ein Verpuffen des Trump-Booms ist die zurückgegangene Zahl der anstehenden Immobilienverkäufe. Offensichtlich entwickelt sich ein Trend, der Investoren aus den Aktien heraus und in die Anleihen hinein treibt. was die Renditen wieder schwächeln lässt. Vor allem die Banken bleiben unter Druck. Mit einem Wort: Die Aussichten haben sich drastisch eingetrübt, die überraschende Rallye dürfte zu Ende sein.

Ungebrochene Nachfrage treibt den Goldpreis

Auch wenn Indien als traditioneller Gold-Importeur angesichts der Bargeldbeschränkung an Bedeutung verliert, halten China, Hongkong und Russland an ihrer Philosophie eines kräftigen Gold-Investments fest. Allein Russland importierte nach 40 Tonnen im Oktober weitere 31 Tonnen im November – der niedrige Goldpreis dürfte dabei ein ebenso wichtiges Argument gewesen sein, wie das für den erstarkten Rubel zutrifft.

Die Prognosen für 2017 reichen von unterschiedlichsten Crash-Szenarien bis hin zum “Weiter so!” – schon wegen der massiven Eingriffe der Zentralbanken sollte hier Vorsicht walten. Fakt ist jedoch, dass es Turbulenzen geben wird – mit Gold sind Anleger auf der sicheren Seite.