Aktueller Goldkurs

20.09.18, 22:59 Uhr (GMT)

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Goldpreis-Fixing – Deutsche Bank in den USA angeklagt

Unser Vorzeige-Kreditinstitut hat kaum den einen Skandal hinter sich, da deutet sich ein neuer an: Die Deutsche Bank wurde mit weiteren vier Banken in den USA wegen des Verdachtes auf Goldpreis-Manipulationen angeklagt. Für den Goldpreis selbst könnte es bergauf gehen.

Umfangreiche Kursmanipulationen Gegenstand der Klage

Die AIS Capital Management hat neben der Deutschen Bank auch die Geldinstitute Barclays, HSBC Holdings, Bank of Nova Scotia sowie die Société Générale in New York verklagt. Dabei tritt die US-amerikanische Vermögensverwaltungsgesellschaft sowohl im eigenen als auch im Namen anderer vermeintlich Geschädigter auf. Gegenstand der Anklage sind Kursmanipulationen beim Goldpreis-Fixing, zu dem sich die genannten Banken täglich zweimal abstimmen. Dass es Unregelmäßigkeiten geben könnte, hatten bereits zwei voneinander unabhängige Studien belegt. Auf diesem Wege war auch der sogenannte Libor-Skandal aufgedeckt worden, bei dem die jahrelangen Manipulationen von Zinssätzen im Interbankenhandel aufgedeckt wurden. Auch hier war die Deutsche Bank involviert und musste mit 725 Millionen Euro eine erhebliche Strafzahlung leisten. Zwischenzeitlich ermitteln auch die deutschen und britischen Finanzaufsichtsbehörden.

Die Perspektiven für den Goldpreis

Die Goldpreis-Entwicklung könnte also zum einen davon profitieren, dass das tägliche Fixing nun unter verschärfter Beobachtung steht. Zum anderen könnten die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen zum Anstieg kräftig beitragen. So beurteilt zum Beispiel Ronald Stöferle, ein ausgewiesener Gold-Experte aus Österreich, die Perspektive für Gold sehr positiv. Er sieht den Goldpreis im Sommer dieses Jahres bei rund 1.480 US-Dollar je Feinunze. Nach einem sensationellen Jahresstart, der immerhin ein Plus von rund zehn Prozent brachte, stehen die Zeichen also auf eine erhöhte Nachfrage. Diese verortet Stöferle vor allem in den sogenannten Emerging Markets, insbesondere in Indien und China. Der europäische Anteil an der Goldnachfrage ist dagegen von 70 Prozent im Jahr 1980 auf rund 20 Prozent gesunken. Mit rund 2.000 Tonnen hatte China dagegen im letzten Jahr den weltweit größten Gold-Import realisiert.

Politik der Zentralbanken sehr gefährlich

Wie Stöferle weiter ausführt, spielt die Geldmarktpolitik der FED und der EZB eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Goldpreises. So sei das Ende des Kursverfalls eingeläutet worden, als die FED mit dem sogenannten Tapering begann. Dass diese sukzessive Rückführung der milliardenschweren monatlichen Stützungskäufe sehr schnell wieder ins Gegenteil umschlagen könnte, gilt wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung als wahrscheinlich. Die Empfindlichkeit des Wachstums wird mit der Krise um die Ukraine hart geprüft werden, denn die Auswirkungen der angedrohten Sanktionen betreffen nicht nur Russland. Die Gefahr eines Wirtschaftskrieges, der gerade auch durch China befeuert werden könnte, lässt Gold als sicheren Hafen für Anleger immer attraktiver werden.