Aktueller Goldkurs

18.12.17, 08:03 Uhr (GMT)

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Goldpreis: FED vor gravierenden Veränderungen – Aussichten für Gold hellen auf

Der Goldpreis sackte Anfang der Woche allen Unsicherheiten wegen der geplatzten Sondierungsgespräche einer möglichen Jamaika-Koalition zum Trotz zunächst durch. Allerdings ließ sich das Edelmetall nicht lange aufhalten – die FED sorgte für Auftrieb.

Goldpreis stabil und mit Plus auf Jahressicht

Die Auswirkungen der geplatzten Jamaika-Sondierungen hielten sich bislang in Grenzen: Die großen deutschen Aktienindizes und die europäische Gemeinschaftswährung erhielten zwar einen Dämpfer, konnten sich aber relativ schnell wieder erholen. Es bleibt nun abzuwarten, auf welchen Weg sich die deutschen Parteien in puncto Regierungsbildung einigen können. Gleichzeitig beruhigten ordentliche europäische Wirtschaftsdaten die Märkte. Trotzdem hat Gold seit Jahresbeginn um rund zehn Prozent zugelegt, ist aber mit reichlich 1.290 US-Dollar für die Feinunze sehr weit von einstigen Preisen entfernt. Maßgeblich ist noch immer die Widerstandslinie bei 1.306 US-Dollar je Feinunze: Wird diese nachhaltig nach oben durchbrochen, wäre das nächste Ziel bei 1.357 US-Dollar je Feinunze zu verorten. In der Gegenrichtung markieren 1.260 US-Dollar eine wichtige Unterstützung, deren Unterschreiten weitere Abwärtsbewegungen signalisieren könnten.

Der Blick in die USA: FED-Politik und US-Dollar wichtig für Goldpreis

Am Mittwoch wurde das FOMC-Protokoll veröffentlicht – und brachte die US-Währung erneut ins Schlingern. Der US-Dollar-Index sackte unter den 200-Wochendurchschnitt, was dem Goldpreis wiederum Auftrieb verlieh, er kletterte kräftig von den zuvor touchierten 1.275 US-Dollar für die Feinunze auf fast 1.295 US-Dollar je Feinunze. Diese starke Reaktion macht klar, dass der Goldpreis derzeit von zwei Komponenten im besonderen Maße beeinflusst wird: vom Dollarkurs und der Politik der FED. Diese hatte nämlich die geplante Straffung der Geldpolitik im besagten Protokoll in Frage gestellt.

Die Zinsanhebung im Dezember dürfte zwar wie vorgesehen durchgeführt werden, allerdings steigt die Inflation nicht im erforderlichen Maße an – und die ist schließlich notwendig, um die stark ausgeweitete Geldmenge und aufgeblähte Schuldenlast auch nur ansatzweise bewältigen zu können. Janet Yellen zeigte sich dann auch entsprechend ratlos ob der verhaltenen Inflation, obwohl sie nun in absehbarer Zeit ihren Posten abgeben wird. Die Unsicherheit ist also groß: Einerseits geben die Daten eine Straffung der Geldpolitik nicht her, andererseits könnten neue Gouverneure berufen werden, die für weitere Lockerungen stehen. Gleichzeitig steht zu erwarten, dass weitere Zinsanhebungen verschoben werden, vermutet die FED doch strukturelle Probleme als Ursache für die Preisentwicklung.

Damit würde sich die Situation für Gold im kommenden Jahr weiter verbessern, wie der Rücksetzer beim US-Dollar schon eindrücklich andeutete. Goldinvestoren sollten daher die Marke von 1.300 US-Dollar weiter im Blick behalten: Wird diese erreicht, ist schnelles Handeln angeraten.