Aktueller Goldkurs

30.05.17, 12:59 Uhr (GMT)

1.129 Euro | 1.263 USD

Goldpreis fällt – Kauflust aktuell etwas gebremst

Von einigen Ausflügen in Richtung 1.340 US-Dollar für die Feinunze ging es für den Goldpreis in den letzten Tage vorwiegend bergab. Angesichts der fundamentalen Daten lässt sich das nur teilweise nachvollziehen – was die Spekulation wieder ins Kraut schießen lässt.

Schwache Nachfrage lässt Preise purzeln

Als sicherer Hafen ist das Edelmetall augenscheinlich nicht stark gefragt, der Goldpreis notiert bei 1.314 US-Dollar für die Feinunze. Die Experten sind sich nicht schlüssig darüber, wie es kurzfristig weitergeht: Die Zinsen für lang laufende Staatsanleihen steigen derzeit weltweit. Das bedeutet unter dem Strich, dass die Investoren für den Staaten zur Verfügung gestellte Kapital höhere Erträge fordern. Die Kurse für diese Papiere fallen, während die Zinsen zwischen lang und kurz laufenden Anleihen immer weiter auseinandergehen. Geld wird also teurer, was den Gold-Investments etwas das Wasser abgräbt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Zentralbanken ihre Goldreserven zusammenziehen. Andererseits entwickelt sich eine alternative Goldbörse in den USA: Die IEX Group sieht die Notwendigkeit einer transparenten und fairen Preisbildung für den Goldmarkt, die sie mit der bewährten Blockchain-Technologie realisieren will. Damit würden manuelle Eingriffe zur Korrektur überflüssig – und das Potenzial für Manipulationen eliminiert. Es darf nun gespannt beobachtet werden, ob diese für alle Goldanleger interessante Initiative von Erfolg gekrönt ist.

Einordnung und Prognose – Goldinvestment wichtiger denn je

Die letzte Woche war für das Edelmetall nicht leicht, aber auch andere Rohstoffe und Aktien gerieten unter Druck: Die widersprüchlichen Aussagen von den entscheidenden Zentralbanken trieben die Märkte vor sich her. Zwischenzeitlich lässt sich davon ausgehen, dass die FED im September nichts mehr unternehmen wird. Ob vor der US-Wahl im November überhaupt noch etwas Entscheidendes passiert, bleibt angesichts der mageren Wirtschaftsdaten fraglich. Im Gegenteil, große Investoren warnen vor einen Crash an der Wallstreet – und wetten sogar darauf.

Auf der anderen Seite sieht die Bank of England keinen Anlass, ernsthaft über eine Zinssenkung nachzudenken. Läuft der Brexit für die Insel doch besser, als von allen prophezeit worden war, oder folgt das Königreich einer gezielten Marketingstrategie? Diese Fragen wird erst die Zukunft beantworten, die Märkte sehen diese Signale jedoch aktuell positiv. Die EU kämpft nach wie vor um Inflation und Wirtschaftswachstum, nun soll nach den Vorstellungen von Jean-Claude Juncker kräftig investiert werden – was im Gegensatz zum Quantitative Easing der richtige Weg sein dürfte. Von der EZB fehlt denn auch jegliches Signal, die Munition dürfte so langsam verschossen zu sein. Im Gegenteil, es wird über eine goldgedeckte Not-Währung spekuliert – Gold-Investoren sind also auf der richtigen Seite.