Aktueller Goldkurs

25.04.18, 12:28 Uhr (GMT)

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Goldpreis etwas erholt: Geht es wieder aufwärts?

Die FED zieht geplante Zinsanhebung durch, die EZB bleibt beim Nullzins. Der Goldpreis krachte zunächst durch die Linie bei 1.240 US-Dollar je Feinunze, konnte sich aber wieder stabilisieren. Die Erwartungen waren groß, allein die starken Bewegungen blieben aus.

Die enorme Macht der Zentralbanken

Als Abschiedsgeschenk präsentierte Janet Yellen die Umsetzung der geplanten Zinsanhebung um 25 Basispunkte – die Märkte hatten diesen Schritt längst eingepreist. Problematischer stellte sich die Kerninflation in den USA dar, die die US-Notenbank ebenso wenig in den Griff bekommt wie andere Zentralbanken. Der Goldpreis sackte erst drastisch durch, um sich nach der FED-Sitzung wieder in Richtung 1.260 US-Dollar je Feinunze zu erholen. Ausschlaggebend dürfte der nachgebende US-Dollar gewesen sein, der schon wegen der unerwartet niedrigen US-Kerninflation unter Druck geraten war.

Ob die Entwicklung der US-Wirtschaft so positiv ausfällt, wie Yellen dies im Rahmen der FED-Pressekonferenz prognostizierte, bleibt jedoch abzuwarten. Davon hängt jedoch ab, ob die drei Zinsanhebungen im Jahr 2018 überhaupt umgesetzt werden können. Im Gegensatz zur FED bleibt die EZB bei ihrer Nullzins-Politik – und das trotz starker Wachstumszahlen und -prognosen. Das Problem stellt auch in der EU die Inflationsrate dar, die immer noch zu niedrig ist. Lediglich die Lebensmittelpreise sind in letzter Zeit stärker gestiegen, der Zuwachs bei den Lohnkosten kommt offenbar derzeit in der realen Wirtschaft nicht an. Es bleibt also alles, wie es war – die Weihnachtsruhe ist bei der EZB schon eingekehrt.

Am Goldpreis scheiden sich die Geister

Bislang konnte sich das Edelmetall dem charttechnischen Abwärtssog erfolgreich entgegenstemmen: Die Unterstützungszone zwischen 1.260 bis 1.267 US-Dollar für die Feinunze hat zwar nicht gehalten, wurde aber auch nicht dramatisch unterschritten. Es bleibt die magische Grenze von 1.300 US-Dollar je Feinunze, die der Goldpreis zunächst wieder erreichen muss, um sich weiteres Aufwärtspotenzial zu eröffnen. Insofern hat sich an der grundsätzlichen Situation nichts geändert, die Herausforderungen stehen nach wie vor.

Ein Blick auf das fundamentale Umfeld zeigt, dass die enormen geopolitischen Risiken kaum noch Auswirkungen auf den Goldpreis haben. Ob dies Leichtsinn ist oder die Anleger mittlerweile wegen der zahlreichen Konflikte weltweit etwas abstumpfen, dazu kann nur spekuliert werden. Als wesentlich einflussreicher erweisen sich jedoch immer wieder die Wirtschaftsdaten und die Performance der US-Währung: Wird der US-Dollar geschwächt, kann der Goldpreis prompt profitieren. Vor diesem Hintergrund sollten Gold-Anleger die geplante US-Steuerreform im Auge behalten, könnte diese doch die US-Wirtschaft kräftig befeuern. Unabhängig von der Rendite, die das Edelmetall erwirtschaften kann, sollte der Sicherheitsaspekt jedoch nicht vergessen werden – und der ist unbestritten.