Aktueller Goldkurs

20.10.17, 14:42 Uhr (GMT)

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Goldpreis eingebrochen – Trendwende oder kurzfristige Korrektur?

Es ging hoch her auf den Rohstoffmärkten, der Goldpreis verlor innerhalb von zwei Tagen ganze 30 US-Dollar für die Feinunze und sackte auf 1.226 US-Dollar je Feinunze durch. Geht dem Edelmetall jetzt die Luft aus?

Die FED gräbt Gold das Wasser ab – vorerst

Notierte das Edelmetall zu Beginn der kurzen Handelswoche noch bei 1.257 US-Dollar je Feinunze, ging es ab Mittwochabend steil bergab, erst bei knapp 1.226 US-Dollar je Feinunze setzte eine Stabilisierung ein. Zwischenzeitlich konnte sich der Goldpreis wieder leicht erholen, aktuell notiert das Edelmetall bei1.234 US-Dollar. Eine echte Entspannung kann aber erst erwartet werden, wenn Gold wieder über 1.248 US-Dollar für die Feinunze steigt und zügig die 1.260 US-Dollar je Feinunze in Angriff nimmt. Die Pressekonferenz der FED wäre dann eingepreist, denn diese interpretierte die US-Wirtschaftsdaten weiterhin positiv, auch wenn derzeit nicht alle Marktsegmente überzeugen können. So fielen die Fahrzeugverkäufe im April auf ein Neues unter das Niveau des Vorjahres – und das gilt nun für den vierten Monat hintereinander. Der ohnehin in erster Linie durch billige Kredite getriebene Autoboom dürfte damit ein drastisches Ende gefunden haben, es besteht sogar die Gefahr eines Abwärtstrends, der sich zeitlich ausdehnen könnte.

Die US-Notenbank schätzt das für die US-Wirtschaft schwache erste Quartal aber nicht als dramatisch ein, sie bleibt optimistisch und hält das Fenster für eine Zinsanhebung im Juni offen, was die Märkte durchaus stützte. Allerdings kann auch die FED nicht verhindern, dass der US-Dollar derzeit unter Druck gerät, die für die Industrie relevanten Edelmetalle deutlich verloren haben und der Ölpreis geradezu abgeschmiert ist. Diese Indizien deuten darauf hin, dass die Konjunktur keineswegs so dynamisch ist, wie das die FED demonstrieren will. Die Aktienindizes vermitteln zwar einen anderen Eindruck, was nicht zuletzt der Erleichterung über den Ausgang des ersten Wahlgangs in Frankreich geschuldet sein dürfte – mit all den Risiken, die eine unerwartete Entscheidung mit sich bringen würde.

Turbulente Zeiten erwartet – Goldnachfrage etwas schwächer

Wie der World Gold Council meldet, wurden im ersten Quartal rund 1035 Tonnen Gold gekauft, das sind rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Einerseits zeichnen dafür die weniger nachgefragten ETFs, andererseits die zurückhaltenden Zentralbanken verantwortlich. Die private Nachfrage, vor allem in Indien und in China, ist im Gegenzug gestiegen. Auch hierzulande dürfte der Griff zum Edelmetall wieder interessanter werden, sollten die Meinungsforscher auch in Bezug auf die am Sonntag in Frankreich stattfindende Stichwahl daneben liegen – es geht um nicht weniger als das Fundament der Europäischen Union.