Aktueller Goldkurs

21.09.18, 08:53 Uhr (GMT)

1.040 Euro | 1.210 USD

Goldpreis – ein entschiedenes “vielleicht” für einen Sprung nach oben

Das Edelmetall konnte einen kurzfristigen Abwärtstrend zwar verlassen, aber noch fehlen die klaren Signale: Bislang geht es kontinuierlich seitwärts mit einem leichten Trend nach oben. Gold notiert aktuell bei 1.235 US-Dollar für die Feinunze – wird aber auch für institutionelle Anleger wieder attraktiver.

Die Charts – zarter Hoffnungsschimmer am Horizont

Die verhaltene Nachfrage aus Asien ließ den Goldpreis zunächst noch einmal auf das Niveau um 1.215 US-Dollar für die Feinunze durchrutschen: Allein Indien hat im März nur 16 Tonnen Gold importiert, das sind liegt rund 88 Prozent unter den Vorjahreszahlen. Die Ursache dürfte eine ganz pragmatische sein, denn die Schmuckhersteller in Indien sehen sich mit der Wiedereinführung der Mehrwertsteuer konfrontiert – und sind zunächst in den Streik getreten. Für das zweite Quartal wird allerdings eine deutliche Erholung erwartet, denn es stehen wichtige Feierlichkeiten ins Haus.

Die FED hat dem Goldpreis in der Folge Auftrieb gegeben, die vage Ankündigung, die Zinsen anheben zu wollen, ohne sich zu Höhe und Termin zu äußern, lässt darauf schließen, dass die wirtschaftliche Verfassung der USA auch die Zentralbank zu vorsichtigem Handeln zwingt – Gold konnte wieder über 1.230 US-Dollar klettern und einige Ausflüge über die 1.240 US-Dollar-Marke machen. Und hier liegen für die nächsten Tage auch die entscheidenden Linien: Schafft es das Edelmetall über 1.245 US-Dollar für die Feinunze, kann es endlich richtig bergauf gehen. Kritisch jedoch ist ein Durchbrechen der 1.225 US-Dollar nach unten, die nächste Marke könnte dann bei 1.211 US-Dollar für die Feinunze liegen.

Politische Risiken auch aus der EU – Gold kann profitieren

Es ging “nur” um ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, als die Holländer am Mittwoch befragt wurden – das Ergebnis jedoch kann fatale Folgen haben: Die niederländische Bevölkerung stimmte klar gegen das Vorhaben der EU, sich mit der Ukraine auf einen langen Aufnahmeprozess zu einigen. Nun stehen die Verantwortlichen vor einem Scherbenhaufen: Selbst wenn sich die EU, wie bereits angekündigt, über das Votum Hollands hinwegsetzen und den angefangenen Assoziierungsprozess fortsetzen will, dürfte die niederländische Regierung dadurch in arge Erklärungsnot kommen. Die Zerfallserscheinungen in der Europäischen Union nehmen damit bizarre Züge, zumal das Referendum in Großbritannien in den nächsten Wochen folgt.

Parallel decken sich große Banken, Rückversicherer und Investoren mit Gold und Bargeld ein, die sicher in die Tresore eingelagert werden – das Gespenst der drohenden Negativzinsen verursacht also nicht nur einen Run auf Bankschließfächer, auch die Großen müssen reagieren. Zusammen mit der steigenden Nachfrage nach Gold-ETFs entwickelt sich hier ein positives Szenario – der Sprung nach oben könnte gelingen.