Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Dreht sich die Stimmung auf dem Goldmarkt?

Die Hedge Funds wetten immer noch auf einen fallenden Goldpreis – und doch: Staaten kaufen Gold und stocken die Bestände auf. In dieser Handelswoche geriet Gold zwar unter Druck, konnte sich aber eindrucksvoll behaupten und wieder zulegen.

De-Dollarisierung der Handelsmärkte – Gold profitiert

Dem Greenback scheint es an den Kragen zu gehen, nicht zuletzt die aggressive US-Außen- und Handelspolitik befeuert diese Entwicklung: Immer mehr Staaten, aber auch Unternehmen suchen Alternativen zum US-Dollar, was diesem als Leit- und Reservewährung sukzessive das Wasser abgräbt. Zwischenzeitlich wickelt China bereits sieben Prozent der eigenen Ölgeschäfte in Yuan ab – und das ist mehr als ein Achtungszeichen. Auf dem China-Afrika-Gipfel, der jüngst in Beijing stattfand, war insbesondere die Abwicklung von Transaktionen in der chinesischen Währung ein großes Thema. Selbst in Europa schrumpft die Bedeutung des US-Dollar, wie die SWIFT-Daten aus Brüssel belegen: Im Juli erreichte die europäische Gemeinschaftswährung bereits einen Anteil von 34,71 Prozent, während der US-Dollar wertmäßig nur noch bei 38,99 Prozent landete.

Goldreserven einiger Länder steigen deutlich

Doch auch die Goldreserven der Länder sind aussagekräftige Indizien: Der World Gold Council veröffentlichte seine monatliche Liste zu den aktuellen Beständen. Bei den Käufern führt das von einer heftigen Währungs- und Wirtschaftskrise geplagte Venezuela, das seine Reserven um 1 Tonnen auf nunmehr 164,2 Tonnen ausbaute. Ob diese Maßnahme zur Beruhigung der angespannten Situation taugt, bleibt abzuwarten. Auch in der Türkei ist die Lage ausgesprochen kompliziert, allerdings wurden die Goldreserven auf offizielle 241,9 Tonnen aufgestockt. Ein Blick auf die Daten der türkischen Notenbank zeigt jedoch zum Ende August einen Bestand von 476 Tonnen. Die Differenz könnte darauf beruhen, dass die Zahlen des World Gold Council einen Monat älter sind. Die türkischen Geschäftsbanken dürfen nämlich einen Teil ihrer Notenbankreserven in Gold halten, was angesichts der Lira-Krise angeraten scheint.

Doch auch andere Länder legen zu: Russland kauft kontinuierlich, die Mongolei verdoppelt ihre Goldreserven, Indien stock um 11,2 Tonnen auf 573,1 Tonnen auf. Als große Unbekannte gilt China, offiziell hält die Volksrepublik 1.842,6 Tonnen Gold. Auch wenn seit geraumer Zeit keine Zukäufe mehr verzeichnet wurden, doch das Land ist auch der weltweit größte Goldproduzent und dürfte somit ganz klar die Nummer 1 in puncto Goldreserven sein. Angesichts der anziehenden Zukäufe und der De-Dollarisierung könnte das Edelmetall langsam wieder an Bedeutung gewinnen. Der Goldpreis hat sich in den letzten Tagen gegen einige Angriffe behauptet und die Marke von 1.200 US-Dollar je Feinunze nicht nur gehalten, sondern auch deutlich übertroffen. So kann es weitergehen.