Aktueller Goldkurs

25.05.17, 14:35 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Donald Trump sorgt für Wirbel an den Börsen

Er kletterte Schritt für Schritt in Richtung 1.250 US-Dollar für die Feinunze, bevor Donald Trump mit einem Versprechen die Vorzeichen umkehrte: Der Goldpreis gab seine Gewinne wieder ab – was war passiert?

Nach einer starken Aufwärtsbewegung – Gold wird von Aktien überholt

Neue Höchststände zeichneten sich ab, als Gold zur Wochenmitte die 1.245 US-Dollar-Marke für die Feinunze erreichte und nachhaltig die 200-Tage-Linie überschritten hatte. Selbst die ETFs verzeichneten einen interessanten Zufluss von 5,3 Tonnen pro Tag, was angesichts der sinkenden Renditen der US-Staatsanleihen im Zehn-Jahres-Bereich auf einen weiter ansteigenden Goldpreis schließen ließ. Doch dann kehrte sich der Trend um: Gold sackte auf 1.222 US-Dollar je Feinunze durch und bewegt sich aktuell seitwärts. Was war passiert?

Erneut konnte sich der neue US-Präsident als Market-Maker betätigen: In der Runde einiger CEOs US-amerikanischer Fluggesellschaften gab Donald Trump das Versprechen ab, in den nächsten Wochen mit “phänomenalen” Steuerplänen für wichtige Impulse sorgen zu wollen. Die großen US-Indizes reagierten sofort, der Dow Jones schnellte postwendend weit über die 20.100 Punkte hinaus. Dabei ist weder klar, ob Trump auf Steuersenkungen und damit indirekte Subventionen abzielt oder ob sich die angekündigten Steuerpläne nur auf einzelne Branchen oder generell gelten sollen – allein die Ankündigung reichte bereits aus, um heftige Wellen auszulösen.

Starker US-Dollar vs. EU mit massiven Problemen

Die US-amerikanische Währung reagierte ebenso prompt und konnte erneut an Stärke gewinnen, während die europäischen Indizes verhalten reagierten – zu Recht: Setzt sich Donald Trump mit seinen Plänen durch, haben auch die europäischen Unternehmen mit deutlich schlechteren Voraussetzungen im Wettbewerb mit US-Unternehmen zu rechnen. Insbesondere für Deutschland, das das letzte Jahr wiederum mit einem Rekord-Exportüberschuss abgeschlossen hat, würde die Luft dünner.

Dieser Leistungsbilanzüberschuss gerät ohnehin zum Zankapfel, denn die globalen Handelsungleichgewichte sind nun einmal nicht von der Hand zu weisen. Selbst innerhalb der Euro-Zone werden erneut kritische Stimmen laut, da Deutschland über die Maßen von einer aus seiner Sicht unterbewerteten Gemeinschaftswährung profitiert. Die problematischen Verwerfungen werden somit immer deutlicher sichtbar, was insbesondere die anstehenden Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich beeinflussen wird. Es gibt also zahlreiche gewichtige Argumente dafür, dass die Nachfrage nach Gold weiter ansteigen könnte, was wiederum den Goldpreis nach oben treiben sollte.

Weitere bedenkliche Nachrichten zum Zustand der Banken machen die Runde, die weit über die schon alltäglich gewordenen Meldungen zu Strafverfahren gegen die Deutsche Bank hinausgehen: Die Commerzbank hat ebenso ein enormes Minus eingefahren wie die Unicredit – Anleger sollten die Gelegenheit zur Absicherung in Gold nutzen.