Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Diskrepanz zwischen tatsächlichen Risiken und deren Wahrnehmung

Der Goldpreis kämpft um die Marke von 1.200 US-Dollar für die Feinunze, die letzten Tage legten dafür einen eindrucksvolles Zeugnis ab. Dieses Preisniveau entspricht keinesfalls dem realen Szenario – der Herbst könnte demnach stürmisch werden.

Gold weiter seitwärts: Resignation oder Comeback?

Die in den letzten Tagen errungenen Gewinne musste der Goldpreis wieder abgeben, die Woche klingt bei knapp 1.200 US-Dollar für die Feinunze aus. Selbst der US-Arbeitsmarktbericht dürfte nur wenig ausrichten, der August gilt ohnehin als schwacher Monat. Ob der US-Dollar von starken Daten profitieren kann, bleibt also abzuwarten. Die Börsen präsentieren sich derzeit generell etwas zurückhaltend, die Goldnachfrage zieht so langsam wieder an.

Indien hat im August zwischen 92 und 100 Tonnen des Edelmetalls importiert – und damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als das Doppelte. Ausschlaggebend dürften die in Indischer Rupie gerechneten ausgesprochen günstigen Goldpreise sein, die Goldverarbeiter haben ihre Bestände also günstig aufgestockt. Angesichts des schwachen ersten Halbjahrs legt die Goldnachfrage Indiens demnach ordentlich zu. Trotzdem ergibt sich in der Summe der ersten acht Monate mit 532 Tonnen noch ein Defizit von rund 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aber auch die Zentralbank Iraks hat den Goldpreis ausgenutzt und rund 6,5 Tonnen Gold über die französische Zentralbank erworben. Die irakischen Reserven dürften somit auf 96 Tonnen gestiegen sein.

Goldpreis: Wie sind die Aussichten?

Die Expertenmeinungen gehen weit auseinander, aber Einigkeit besteht in einem Punkt: Das aktuelle Preisniveau ist angesichts der globalen Risiken deutlich zu niedrig. Aktuell ergibt sich sogar eine ausgesprochen brisante Situation, da die Mehrheit der Spekulanten auf einen weiter fallenden Goldpreis setzt. Hier drängen sich Parallelen zur Situation 2015/2016 auf, als die Nachfrage ebenfalls drastisch gesunken und die Prognosen negativ waren. Der Goldpreis stieg in der Folge um rund 300 US-Dollar für die Feinunze.

Dass schon kleine Impulse die fragile Situation an den Märkten drastisch beeinträchtigen können, zeigt ebenfalls ein Blick in die Vergangenheit. Derzeit scheinen die Marktteilnehmer jedoch alle Gefahren auszublenden, dabei sollten die Wirtschaftsdaten und Informationen aus dem Finanzbereich bereits nachdenklich stimmen. Zwischenzeitlich ist auch die Bedenkzeit für die US-Handelssanktionen gegen China abgelaufen, der Konflikt mit dem Iran spitzt sich immer weiter zu und da Zahl der weltweiten Krisenherde will einfach nicht kleiner werden. Das Edelmetall als sicheren Hafen für Vermögen wieder ins Auge zu fassen, ist daher ein Gebot der Stunde – so sehen es auch renommierte Experten von der Commerzbank, die bis zum Jahresende ein Plus von zehn Prozent im Goldpreis erwarten.